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Vergütung der DAX-Chefs auf Niveau von 2014

Willis-Towers-Watson-Studie „Vorstandsvergütung im DAX 2018“

21. März 2019
| Deutschland

FRANKFURT AM MAIN, 21. März 2019 – Die Erträge der DAX-Unternehmen waren 2018 im Vergleich zum Vorjahr leicht rückläufig – dies spiegelt sich auch in der Vergütung ihrer Vorstände wider. Im Schnitt haben die DAX-Chefs 2018 6 Prozent weniger als im Vorjahr verdient. Die durchschnittliche erwartete Direktvergütung in den Unternehmen, die bis einschließlich 21. März ihre Geschäftsberichte vorgelegt hatten, ist von 6,0 auf 5,6 Millionen Euro gesunken. Das entspricht nahezu der Vergütung aus 2014 (5,5 Millionen Euro). Die Direktvergütung umfasst die Grundvergütung, den Jahresbonus sowie die langfristig variable Vergütung der DAX-Vorstandsvorsitzenden. Bis zum Stichtag haben 27 Unternehmen ihre Vergütungsdaten veröffentlicht.

„Die Zahlen zeigen, dass die Anteilseigner und deren Interessensvertreter ihre Hausaufgaben erledigt haben“, kommentiert Helmuth L. Uder, Managing Director bei Willis Towers Watson. „Heute ist die Vorstandsvergütung deutlich stärker als noch vor zehn Jahren an den langfristigen und nachhaltigen Unternehmenserfolg gekoppelt und das ist auch sinnvoll.“

Vergleicht man die „erwartete Direktvergütung“, dann verdiente – wie im Vorjahr – Bill McDermott, Vorstandsvorsitzender von SAP, mit rund 10,2 Millionen Euro am meisten. Unter die Top 3 kommen außerdem Bernd Scheifele, HeidelbergCement und Kasper Rorsted, Adidas. Am unteren Ende der Spanne landete Reinhard Ploss, Vorstandsvorsitzender von Infineon, mit rund 2,7 Millionen Euro.

Vergütung im europäischen Mittelfeld

Insgesamt ist die Vergütung deutscher Vorstandsvorsitzender vergleichbar mit der CEO-Vergütung europäischen Unternehmen. Bei vergleichbarer Unternehmensgröße liegen die DAX-Vorstandsvorsitzenden im europäischen Mittelfeld. Auch die Vergütungsstrukturen der Unternehmen, die im DAX bzw. im DJ STOXX Europe 50 gelistet sind, ähneln sich weitestgehend: Einem geringeren Anteil der Grundvergütung steht ein höherer Anteil der variablen Vergütung entgegen.

Deutlich höher ist indes der Anteil der langfristigen variablen Vergütung in den USA: rund 60 Prozent (zum Vergleich: knapp 40 Prozent in Deutschland). Daher erhalten die CEO der Dow-Jones-Industrial-Unternehmen insgesamt eine deutlich höhere Vergütung – für 2018 umgerechnet durchschnittlich 18,5 Mio. Euro.

Variable Vergütung honoriert vor allem langfristigem Unternehmenserfolg

Unternehmen vereinfachen weiterhin ihre Vergütungssysteme und setzen immer mehr auf langfristige Vergütungselemente. „Der Vorstand ist wesentlich für den langfristigen Unternehmenserfolg verantwortlich – und deshalb wird zu Recht erwartet, dass sich dies in der Vergütungsstruktur widerspiegelt“, führt Uder von Willis Towers Watson aus. Der Anteil der langfristigen variablen Vergütung (LTI) ist daher in den vergangenen Jahren gestiegen – vor allem auf Kosten des kurzfristigen Bonus. „Damit werden die gesellschaftlichen Erwartungen und regulatorischen Anforderungen, dem nachhaltigen Unternehmenserfolg in der Vergütung mehr Bedeutung zu verleihen, umgesetzt“, betont Uder.

Vorstandsvergütung wird künftig noch besser begründet und erklärt

Bis zum 10. Juni 2019 muss die europäische Aktionärsrechterichtlinie in deutsches Recht umgesetzt werden, die Vorgaben zur Offenlegung der Vorstandsvergütung macht und die Mitspracherechte von Aktionären erweitert.

Dies verstärkt den Druck zur Transparenz. Vorstandsvergütungssysteme werden künftig noch einfacher werden und noch besser erklärt werden“, sagt Ralph Lange, Manager Executive Compensation bei Willis Towers Watson. Die neuen Vorgaben erleichtern es auch, Vorstandsvergütungssysteme unterschiedlicher Unternehmen in Europa zu vergleichen. „Das verbessert die Entscheidungsgrundlage für Investoren“, so Lange.

Auch der Deutsche CorporateGovernanceKodex wird aktuell überarbeitet. „Der neue DCGK-Entwurf wird von vielen Seiten kritisiert. Die Empfehlungen zur Vorstandsvergütung gehen an der deutschen und internationalen Marktpraxis vorbei und widersprechen den Erwartungen von Investoren. Die Kommission wird dies bei der Überarbeitung des Entwurfs hoffentlich berücksichtigen“, erläutert Ralph Lange.

Weiterhin wenig Frauen in den Unternehmensvorständen

Weibliche Vorstandsmitglieder verdienen genauso viel wie ihre männlichen Kollegen. Allerdings sind sie noch klar in der Minderheit. „In sämtlichen DAX-Vorständen ist der prozentuale Anteil der Frauen mit 15 Prozent moderat gestiegen. Im Vorjahr waren es noch 13 Prozent“, so Lange. Weiblich besetzt sind die Vorstände von 23 DAX-Unternehmen. Eine Vorstandsvorsitzende gibt es jedoch bislang in keinem DAX-Unternehmen.

Über Willis Towers Watson

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