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Wandel der Arbeitswelt hält Personalmanager auf Trab

Umfrage zeigt: Basics wie Vergütungssysteme und Talentmanagement müssen weiterhin stimmen

3. Juli 2018
| Deutschland

FRANKFURT AM MAIN, 28. Juni 2018 – Vergütung und Talent-Management zielgruppengerecht gestalten – dieses Thema steht bei fast einem Viertel der HR-Manager (23 Prozent) ganz oben auf der Agenda. Dicht danach folgen Zukunftsthemen wie „den digitalen Wandel gestalten“ (21 Prozent) oder „die Rahmenbedingungen für die Arbeitswelt der Zukunft schaffen“ (16 Prozent). Das zeigt eine Umfrage unter den rund 200 Teilnehmern der HR-Executive-Konferenz, die Willis Towers Watson unter dem Motto „Stillstand – Rückstand – Abstand: Was bewegt HR im Wettbewerb um Mitarbeiter und Talente?“ am 21. Juni in Frankfurt ausrichtete.

HR-Executive-Konferenz, die Willis Towers Watson unter dem Motto Stillstand – Rückstand – Abstand: Was bewegt HR im Wettbewerb um Mitarbeiter und Talente?

 
Frank Hoyck, Leiter des Beratungsbereichs „Talent & Rewards“ bei Willis Towers Watson hält diese Prioritäten durchaus für richtig gesetzt. „Vergütung und Talentmanagement sind die Grundlagen eines guten HR-Managements – das Basispaket aus passender Vergütung und betrieblicher Altersversorgung sowie Weiterentwicklungschancen muss einfach stimmen. Dabei gilt: das Prinzip ‚one size fits all‘ hilft nicht. Gerade große Konzerne mit unterschiedlichen Geschäftsfeldern sollten genau hinschauen, zu welchem Bereich welches Vergütungssystem passt.“

Top-Themen auf der HR-Agenda in den nächsten 1-2 Jahren

HR Executive Konferenz Umfrage

Zusammengerechnet beschäftigen sich weit mehr HR-Manager (49 Prozent) mit Zukunftsthemen wie digitalem Wandel, der künftigen Arbeitswelt oder New Ways of Working. Hoyck kommentiert: „Offensichtlich haben die HR-Manager verstanden, dass Stillstand Rückstand bedeutet. Proaktives Handeln ist gefragt, um die externen Herausforderungen und Veränderungen zu meistern und nicht im Wettbewerb um Fach und Führungskräfte zurückzufallen“.

Über HR-Themen wie „Future of Work“, „Organizational Transformation“ oder „Getting Compensation right“ hatten sich in den Workshops und Vorträgen mehr als 200 Teilnehmer informiert. Willis Towers Watson richtet die Jahreskonferenz für HR-Entscheider und -Experten bereits zum sechzehnten Mal aus.

HR in Turnaround-Prozessen: „Kommunizieren, kommunizieren, kommunizieren!“

Welche HR-Herausforderungen Turnaround-Prozesse mit sich bringen, erläuterte Key-Note Speaker Henning Jensen. Der CEO von Kongsberg Automotive beschrieb, wie das Unternehmen nicht nur Unternehmensstrategie, -organisation und Produktportfolio anpasst, sondern auch den Kulturwandel zu einer stärker leistungs- und ergebnisorientierten Kultur angeht. Sein wichtigster Tipp für HR-Manger in ähnlichen Situationen: „Kommunizieren, kommunizieren, kommunizieren.“ Dabei reiche es allerdings nicht, häufig zu kommunizieren. Jensen betont: „Es kommt wesentlich auch auf die Qualität und den Inhalt der Kommunikation an. Erfahren die Mitarbeiter wirklich das, was sie dringend wissen möchten? Wird ihnen verständlich vermittelt, welcher Wandel aus welchem Grund und mit welchem Ziel vorangetrieben wird? Wird ihnen die relevanten Perspektive verständlich kommuniziert? Nur wenn diese Fragen mit „Ja“ beantwortet sind, kann der Kulturwandel gelingen.“

Welche Berufsgruppen trotz Digitalisierung erhalten bleiben

Welche Rolle künstliche Intelligenz in Zukunft einnehmen wird und welche Aufgaben weiterhin in Menschenhand bleiben werden, war Gegenstand der zweiten Key-Note „Künstliche Intelligenz ist ein Muss für jedes Unternehmen“. Referent Christian Boos, CEO von Arago, einem Unternehmen für künstliche Intelligenz, ist überzeugt: „Alle Aufgaben, die in einen Prozess aus standardisierten kleinen Teilschritten zerlegt werden können, werden in Zukunft von künstlicher Intelligenz ausgeführt werden. Hingegen werden alle Kommunikationsaufgaben, die über Ja/Nein-Fragen hinausgehen, sowie alle Aufgaben, die kreatives Denken erfordern, weiterhin menschlicher Arbeit vorbehalten bleiben. Denn Menschen interagieren lieber mit Menschen. Bisher können auch nur Menschen Sprache in all ihren Facetten verstehen. Und nur Menschen können kreativ – also gerade nicht standardisiert – denken.“ Für Personalmanager bedeute das, so Boos: „Verwaltungsaufgaben können gut und gerne an künstliche Intelligenz übergeben werden. Aber beispielsweise die Einschätzung eines Kandidaten im Vorstellungsgespräch – das können weiterhin nur Menschen mit Erfahrung und gesundem Menschenverstand leisten.“