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DAX-Chefs verdienen 6,8 Prozent mehr als im Vorjahr

Willis Towers Watson-Studie „Vorstandsvergütung im DAX 2017“

15. März 2018
| Deutschland, Österreich, Schweiz

FRANKFURT AM MAIN, 15. März 2018 – Die DAX-Unternehmen haben 2017 gute Erträge eingefahren – dies spiegelt sich auch in der Vergütung ihrer Vorstände wider. Im Schnitt haben die DAX-Chefs 2017 knapp sieben Prozent mehr als im Vorjahr verdient. Die erwartete durchschnittliche Direktvergütung, für die bis einschließlich zum 15. März die Vergütungsberichte vorliegen, ist von 5,57 auf 5,95 Millionen Euro gestiegen. Die Direktvergütung umfasst die Grundvergütung, den Jahresbonus sowie die langfristig variable Vergütung der DAX-Vorstandsvorsitzenden. Bis zum Stichtag haben 22 Unternehmen ihre Vergütungsdaten veröffentlicht.

Der Anstieg um 6,8 Prozent liegt etwas über dem Vorjahreswert. „Auch wenn dieser Zuwachs deutlich ausfällt, ist er im Vergleich zu den Ertragsentwicklungen der Unternehmen insgesamt als moderat einzustufen“, sagt Frank Hoyck, Leiter Talent & Rewards bei Willis Towers Watson. Das durchschnittliche Unternehmensergebnis (EBIT) der DAX-Unternehmen erhöhte sich 2017 um 13 Prozent gegenüber dem Vorjahr.

Vergleicht man die „erwartete Direktvergütung“, dann verdiente – wie im Vorjahr – Bill McDermott, Vorstandsvorsitzender von SAP, mit rund 11,0 Millionen Euro am meisten. Unter die Top 3 kommen außerdem Matthias Müller von Volkswagen und Dieter Zetsche von Daimler. Mit rund 6,0 Millionen Euro lag Beiersdorf-CEO Stefan F. Heidenreich etwa im Durchschnitt. Am unteren Ende der Spanne landete Reinhard Ploss, Vorstandsvorsitzender von Infineon, mit rund 2,5 Millionen Euro.

Deutsche Vergütungsstruktur im internationalen Vergleich

Zu den typischen Vergütungselementen eines DAX-Vorstandvorsitzenden gehören die Grundvergütung, der Bonus (sofort ausbezahlt und aufgeschoben) und die langfristige variable Vergütung. Diese sind an das Erreichen bestimmter Ziele geknüpft und unternehmensspezifisch ausgestaltet. Die Vergütung deutscher CEOs liegt im Rahmen anderer europäischer Vergleichsunternehmen. Die Direktvergütung der deutschen DAX-Vorstandsvorsitzenden liegt im Schnitt auf dem europäischen Niveau im DJ STOXX Europe 50 (europäischer Schnitt beträgt knapp 6,2 Millionen Euro). Die DAX-Spitzenverdiener liegen weiterhin unter dem Direktvergütungsniveau ihrer Kollegen in den Vereinigten Staaten. „Auf dem internationalen Parkett gehört beispielsweise SAP zu den großen Playern und steht entsprechend auch mit diesen im Wettbewerb, wenn es um die Vorstandsvergütung geht“, sagt Ralph Lange, Manager Executive Compensation bei Willis Towers Watson. „Insgesamt haben die Vergütungsniveaus in den USA noch immer einen großen Abstand zu den deutschen Werten“, erläutert Lange.

Geschlechterverteilung in deutschen Spitzenführungsebenen

Weibliche Vorstandsmitglieder verdienen genauso viel wie ihre männlichen Kollegen. Allerdings sind sie noch klar in der Minderheit. „In sämtlichen DAX-Vorständen ist der prozentuale Anteil der Frauen mit 13,4 Prozent moderat gestiegen. Im Vorjahr waren es noch 11,5 Prozent“, so Hoyck. Weiblich besetzt sind die Vorstände von 21 DAX-Unternehmen, einen weiblichen CEO gibt es jedoch bislang in keinem DAX-Unternehmen.

Transparenz wird weiter steigen

Auch wenn die Transparenz deutscher Vergütungsberichte im europäischen Vergleich bereits relativ hoch ist, gibt es Spielraum für Verbesserungen. „Mit der bis 2019 notwendigen Umsetzung der Aktionärsrechterichtlinie in deutsches Recht wird der Druck zur Transparenz weiter steigen“, sagt Lange.