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InsurTech Briefing 04/2017: Versicherer verstärken ihren Einfluss auf Insurtech-Unternehmen

Investitionen in Start-ups stiegen 2017 um 36 Prozent

7. Februar 2018
| Deutschland

KÖLN, 7. Februar 2018 —  Die weltweiten Insurtech-Investitionen durch Versicherer und Rückversicherer in 2017 betrugen 2,3 Mrd. US-Dollar und sind damit um 36 Prozent gegenüber dem Vorjahr (1,7 Mrd. USD) gestiegen. (Rück-)Versicherer erhöhten im vergangenen Jahr kontinuierlich ihre Aktivitäten im Start-up-Sektor – durch direkte Investitionen ebenso wie über ihre Venture Capital-Töchter. Sie finanzieren auf diese Weise ein breites Spektrum an Technologien mit potenziellen Anwendungen für ihr Kerngeschäft. Das zeigt das InsurTech Briefing für das vierte Quartal 2017 von Willis Towers Watson, einem der weltweit führenden Unternehmen in den Bereichen Advisory, Broking und Solutions, und dem Research-Unternehmen CB Insights. „Damit kehrt für die Insurtech-Szene eine Art Ernüchterung ein“, sagt Michael Klüttgens, Leiter der Versicherungsberatung von Willis Towers Watson in Deutschland. „Letztlich wollen auch die etablierten Versicherungsunternehmen Teil der Insurtech-Revolution sein und spielen dazu ihre finanzielle Stärke aus.“

Etablierte Marktteilnehmer wollen Kontrolle behalten

Das InsurTech Briefing zeigt außerdem, dass 65 Prozent aller bisherigen Investitionen, welche (Rück-)Versicherungsunternehmen in Insurtechs getätigt haben, sich auf Effizienzsteigerungen in der Wertschöpfungskette eines Versicherers fokussieren. Ziel der etablierten Versicherer ist es also, ihre Effizienz in den Bereichen Produktlieferung, Underwriting und Schadenbearbeitung sowie in anderen administrativen Funktionen zu optimieren. Dr. Carsten Hoffmann, Director bei Willis Towers Watson und verantwortlich für Digitalisierungsthemen: „Die etablierten Player senden eine klare Botschaft an die Branche: Durch hohe Investitionen wollen sie die Kontrolle über die technologische Entwicklung behalten. 2017 wurde der Nutzen von innovativen Technologien immer deutlicher und die Unternehmen suchen nun zunehmend nach konkreten Anwendungen für ihr Geschäft.“

Innovationserhebung: Bedrohungen sind präsent

Für eine Innovationserhebung im Rahmen des InsurTech Briefing gaben zudem fast 600 relevante Teilnehmer an, ob und wie weit ihr Unternehmen auf das umwälzende (disruptive) Potenzial neuer Technologien vorbereitet sei: 75 Prozent der Befragten sind der Meinung, dass ihr Unternehmen "mäßig" bis "extrem" von disruptiven Technologien bedroht ist. Dennoch setzen die Unternehmen durchschnittlich 72 Prozent ihrer Innovationsressourcen für den schrittweisen Aufbau innovativer Technologien ein, und nur 28 Prozent für radikal verändernde Technologien. Fast die Hälfte der Befragten bezeichnet die Innovationsphilosophie ihres Unternehmens als "ad-hoc" – was bedeutet, dass ihr Unternehmen weder explizit ein „First Mover“ noch ein „Fast Follower“ ist.