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InsurTech Briefing 03/2017: Das globale Kräfteverhältnis verschiebt sich
 

8. November 2017
| Deutschland, Österreich, Schweiz

KÖLN, 7. November 2017 — Die Insurtech-Investitionen weltweit blieben auch im dritten Quartal 2017 sehr hoch: Zwar lag das Investitionsvolumen von 312 Mio. US-Dollar um 68 Prozent unter dem Rekordwert von 985 Mio. US-Dollar aus dem zweiten Quartal. Doch das Interesse an diesem Sektor bleibt ungebrochen. Dies zeigt das InsurTech Briefing für das dritte Quartal 2017 von Willis Towers Watson, einem der weltweit führenden Unternehmen in den Bereichen Advisory, Broking und Solutions, und dem Research-Unternehmen CB Insights. Insbesondere in China und den Schwellenländern Asiens zeigt sich, dass sich innovative Technologien dort schneller durchsetzen als in reifen Märkten mit technologischer Historie – so geben diese Länder heute schon einen Blick in die Zukunft europäischer Versicherungsmärkte. „In dem Briefing haben wir erörtert, ob Technologien das Potenzial haben, nationale Versicherungsmärkte zu beeinträchtigen und das globale Kräfteverhältnis zwischen (Rück-)Versicherern in Industrie- und Schwellenländern zu verändern“, sagt Michael Klüttgens, Leiter der Versicherungsberatung von Willis Towers Watson in Deutschland.

Technologien in verschiedenen geografischen Märkten einsetzbar

Die Studie von Willis Towers Watson Securities und Willis Re in Zusammenarbeit mit CB Insights untersucht darüber hinaus, welche Auswirkungen die Modularisierung der Versicherungswertschöpfungskette dadurch haben könnte, dass diese in immer kleinere und speziellere Bestandteile zerlegt werden kann, während die Versicherungsbranche zunehmend global agiert. „Unsere Analyse der Versicherungsmärkte in China und den asiatischen Schwellenländern stützt unsere grundsätzliche Erwartung“, sagt Dr. Carsten Hoffmann, Director und verantwortlich für Digitalisierungsthemen bei Willis Towers Watson. „So, wie sich die Versicherungsbranche globalisiert und sich Wertschöpfungsketten in immer mehr spezialisierte kritische Funktionen zerteilen, wird sich die Technologie, die diese Funktionen unterstützt, zunehmend über unterschiedliche geografische Märkte hinweg einsetzen lassen.“

Die Untersuchung arbeitet zudem heraus, weshalb Unternehmen in Schwellenmärkten häufig schneller in der Lage sind, innovative Lösungen auf den Markt zu bringen, als Branchenvertreter, die in Versicherungsmärkten in Industrieländern tätig sind. Diese Firmen können zudem über Formen von Partnerschaften, die es so in stark regulierten Versicherungsmärkten der Industrieländer mit hoher Durchdringung von Versicherungsprodukten nicht gibt, erfolgreich intellektuelles wie auch Finanzkapital gewinnen.

Dritthöchstes Quartalsergebnis für Insurtech-Investitionen weltweit

Mit 48 Schaden/Unfall- und Kranken/Lebensversicherungs-Transaktionen wurde für Insurtech-Investitionen weltweit das bis heute dritthöchste Quartalsergebnis ermittelt. Dabei fällt auf, dass sechs Unternehmen aus den Schwellenländern Asiens, darunter drei aus China, sich Kapital beschafft haben. Die höchste Transaktion war mit 50 Mio. US-Dollar die Finanzierung der in Hongkong ansässigen Versicherungs-Vergleichsplattform CompareAsiaGroup.

China als drittgrößter Versicherungsbinnenmarkt der Welt verzeichnet das global bedeutendste Wachstum aller Regionen. „Wir gehen davon aus, dass das anhaltende Wachstum kaum von der existierenden Infrastruktur eingeschränkt wird, anders als in den Industrieländern“, so Klüttgens. „Während die chinesische Versicherungsrevolution den Weg für neue Mainstream-Produkte ebnet, treibt die chinesische Wirtschaft zugleich die Entwicklung neuer Vertriebsmodelle voran.“

Klüttgens weiter: „Aufstrebende Märkte wie China zu beobachten, gestattet uns einen Blick in die Zukunft. Wir sehen, in welche Richtung sich die Versicherungs-Wertschöpfungskette auch in den Industrieländern entwickeln wird.“

Hoffmann ergänzt: „Trotz des aktuellen Hypes um die Insurtechs, bleiben die Zugangshürden zur Versicherungsbranche für die breite Mehrheit der Insurtech-Start-ups hoch. Doch ungeachtet des begrenzten Einflusses, den die Unternehmen bisher auf die Versicherungsmärkte in den Industrieländern hatten, zeichnet sich deutlich ab, dass neu gewachsene Märkte offener sind für innovative Start-ups.“

Hier finden Sie das Willis Towers Watson InsurTech Briefing Q3 2017