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Die Inflation steigt – die Löhne aber auch

30. Januar 2017
| Deutschland, Österreich, Schweiz

Der Verbraucherpreisindex für Januar lag mit 1,9 Prozent zwar deutlich über 0,4 Prozent, dem Jahresdurchschnitt für 2016. Personalentscheider erwarten für 2017 ein Plus für die Gesamtvergütung von durchschnittlich 3,0 Prozent in Deutschland. Dies geht aus dem „Salary Budget Planning Report“ von Willis Towers Watson hervor. Wie eine weitere Erhebung für die wichtigsten 20 europäischen Länder zeigt, verfügten die deutschen Arbeitnehmer im vergangenen Jahr über die dritthöchste Kaufkraft. Zudem wird in Deutschland unter den berücksichtigten Ländern aus der Euro-Zone das höchste Bruttogrundgehalt für Einsteiger gezahlt.

„Mit unseren aktuellen Daten möchten wir unsere Kunden für ihre jährlichen Vergütungsprozesse versorgen. Außerdem möchten wir so auch dazu beitragen, dass der Dialog über die Ausgestaltung und Effektivität von Vergütungssystemen und -paketen fortgeführt wird“, erläutert Carl Walinski, Leiter Data Services bei Willis Towers Watson. „Unsere Vergütungsstudien ermöglichen die Berücksichtigung aller Vergütungselemente und somit die Überprüfung, ob markgerecht vergütet wird“.

Vergütungsstrategie bleibt weiterhin wichtig

Der Erfolg einer Vergütungsstrategie ist sowohl bei der Mitarbeitergewinnung und -bindung in einem anspruchsvollen Marktumfeld entscheidend. Dies belegt auch die „Global Workforce Study“ (GWS) von Willis Towers Watson, für die allein in Deutschland gut 1500 Angestellten befragt wurden. Das Grundgehalt war auch in der jüngsten Erhebung für deutsche Angestellte wieder das wichtigste Kriterium für die Attraktivität eines potenziellen Arbeitgebers und für die Loyalität gegenüber dem aktuellen Arbeitgeber. Wenn es um das Thema Performance-Management und die Jahresendgespräche geht, sind deutsche Angestellte skeptisch. Obwohl knapp 50 Prozent finden, dass ihre eigene Leistungsbeurteilung der Realität entspricht, erkennen lediglich 38 Prozent einen Zusammenhang zwischen ihrer Leistung und ihrer Vergütung an.

Deutschland – höchste Euro-Bruttogehälter für Berufseinsteiger

Deutschland liegt beim Gehaltsniveau bei den wichtigsten 20 europäischen Ländern insgesamt auf Platz vier, zahlt aber im Euro-Raum die höchsten Bruttogrundgehälter für Berufsanfänger. Luxemburg liegt in der Eurozone auf Rang eins, wenn es um die höchsten Gehälter vor Steuern und Boni für das mittlere Management geht. In Gesamteuropa wird am meisten in der Schweiz in beiden Kategorien – Berufseinsteiger und die mittlere Management-Ebene – gezahlt. Die Schweizer verfügen auch über die stärkste Kaufkraft.

Nach den Schweizern und den Luxemburgern haben die Deutschen im Gesamtranking die höchste Kaufkraft. „Allerdings sollte man auch Währungseffekte aufgrund des starken Franken berücksichtigen“, sagt Walinski. In der Schweiz gehen die Personaler von einem Lohnanstieg für dieses Jahr von zwei Prozent aus. Allerdings liegt hier die Jahresinflationsrate für 2016 leicht unterhalb der Nulllinie.

Österreichische Personaler genauso zuversichtlich wie deutsche Kollegen

In der Kategorie „Berufseinsteiger“ ist Österreich beim Bruttogrundgehalt auf Platz sechs und in der Sparte „mittleres Management“ auf Platz sieben unter den 20 berücksichtigten Volkswirtschaften. Österreichische Personaler sind aber mit Blick auf die Lohnerhöhung inklusive Boni fast genauso optimistisch wie ihre deutschen Kollegen. Sie erwarten ein Plus von 2,8 Prozent.

Über die Studien

Der „Global 50 Remuneration Planning Report” umfasst in Europa mit der Schweiz, Dänemark, Norwegen, Schweden, Großbritannien und der Tschechischen Republik sechs Länder außerhalb der Euro-Zone. Zu den Ländern innerhalb der Währungsunion zählen Deutschland, Luxemburg, Belgien, Österreich, Finnland, die Niederlande, Frankreich, Irland, Italien, Spanien, Slowenien, Griechenland, Portugal und die Slowakei. Die Erhebung umfasst das durchschnittliche Bruttogrundgehalt (Median) sowie die durchschnittliche Kaufkraft (Median) für Berufsanfänger und das mittlere Management.

Für die Vergütungsstudie „Salary Budget Planning Report“ für die EMEA-Region (Europa, naher Osten und Afrika) wurden mehr als 7000 Personalverantwortliche aus 82 Ländern über ihre Einschätzung zur Entwicklung der Gesamtvergütung befragt.