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MARKTspot 2019 – Directors-and-Officers-Versicherung

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6. Juni 2019

Die zunehmende Anzahl von Insolvenzen führte bei Versicherern zu mehr Schadenfällen. Gleichzeitig bleibt die Marktsituation unverändert kundenfreundlich mit einem stabilen Prämienniveau.

Die zunehmende Anzahl von Insolvenzen führte bei Versicherern zu mehr Schadenfällen. Gleichzeitig bleibt die Marktsituation unverändert kundenfreundlich mit einem stabilen Prämienniveau.

Im vergangenen Jahr ließ sich bei den Directors-and-Officers-Versicherungen eine Tendenz zu mehr Schadenfällen beobachten. Verantwortlich dafür sind mehrere Entwicklungen: Um Gesetzesverstöße zu identifizieren und zu dokumentieren gewinnt das Thema Corporate Governance mittlerweile nicht nur in Großkonzernen, sondern auch bei kleinen und mittleren Unternehmen (KMU) mehr und mehr an Bedeutung. Auch KMUs verzichten aus eigenem finanziellen Interesse heute nicht mehr auf den Schadenausgleich, wenn die Managementfehler von einer D&O-Police gedeckt werden.

Inzwischen haben viele KMUs eine D&O-Versicherung, die nicht nur Fremdgeschäftsführer schützt, sondern auch Gesellschafter-Geschäftsführer. Denn diese sind zunehmend Haftungsgefahren ausgesetzt und können sich nicht mehr auf die Unterstützung aus dem Gesellschafterkreis berufen, wenn das Unternehmen in die Insolvenz geht. 

Die zunehmende Anzahl von Insolvenzen führte bei allen D&O-Versicherern in 2018 zu einer größeren Anzahl von Schadenfällen. Denn der Insolvenzverwalter ist zur Klage gegen den Geschäftsführer verpflichtet, wenn dieser nicht ordnungsgemäß gehandelt hat. Aus der Insolvenzverschleppung sind ebenfalls Haftungsfälle entstanden, da für verspätet oder gar nicht abgeführte Abgaben und Steuern jeder Geschäftsführer auch direkt gegenüber dem Fiskus haften kann.

Anstieg der Gesamtaufwendungen

Die generelle Marktsituation ist unverändert kundenfreundlich. Zwar versuchen einige Versicherer punktuell das Prämienniveau anzuheben; das wurde allerdings vom Markt absorbiert. Die angebotenen Bedingungswerke sind weiterhin gut und die Tendenz geht in Richtung von Deckungserweiterungen. Die Gesamtaufwendungen der Versicherer sind gestiegen, auch wenn sie sich nach wie vor im Wesentlichen auf die Erstattung von Anwaltskosten und Vergleichen beschränken, da es selten zu rechtskräftigen Urteilen kommt.

Im nächsten Jahr rechnen wir mit weiterhin steigenden Aufwendungen der Versicherer und deren Bemühen, Prämienanhebungen durchzusetzen. Dies wird allerdings nur in den Fällen gelingen, in denen substanzielle Schadenaufwendungen geleistet wurden.

Wechselseitige Wirkung von verschiedenen Risiken

Hervorzuheben ist die Ausstrahlungswirkung von anderen Risiken auf die D&O-Versicherung. So wird das Thema Cyber zunehmend zur Chefsache: Aus den Vereinigten Staaten sind erste Schadenfälle bekannt, die eine Haftung der Unternehmensleitung begründen, wenn sich Cyber-Risiken verwirklichen, für die keine Versicherungslösung gewählt wurde, obwohl die Möglichkeit hierzu bestand.

Auch die Datenschutz-Grundverordnung (DSGVO) steht weiterhin im Fokus, nachdem die Behörden immer häufiger Geldbußen gegen Unternehmen verhängen. Abzuwarten bleibt, ob die Firmen diese Bußgelder bei den Managern als Schadenersatz geltend machen.

Schließlich ist der Brexit weiterhin Thema. Manager müssen konsequent darauf achten, dass die D&O-Versicherung den gesetzlichen Vorgaben entspricht. Das betrifft insbesondere die Auswahl des Versicherers und des Versicherungsvermittlers sowie die Frage, in welchen Ländern Leistungen aus dem Versicherungsvertrag erbracht werden dürfen.

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