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MARKTspot 2019 – Cyber-Versicherung

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6. Juni 2019

Nach zahlreichen medienwirksamen Cyber-Attacken stocken immer mehr Unternehmen ihr Versicherungsportfolio um eine Cyber-Police auf. Ein Trend, der den Prämienzuwachs bei Versicherern begünstigt.

Nach zahlreichen medienwirksamen Cyber-Attacken stocken immer mehr Unternehmen ihr Versicherungsportfolio um eine Cyber-Police auf. Ein Trend, der den Prämienzuwachs bei Versicherern begünstigt.

Der Branchenverband Bitkom veröffentlichte in einer Studie aus dem Jahr 2018 eine alarmierende Zahl: In einem zweijährigen Erhebungszeitraum verloren Unternehmen in Deutschland durch digitale Wirtschaftsspionage, Sabotage und Datendiebstahl rund 43 Milliarden Euro. Die Einführung der europäischen Datenschutz-Grundverordnung (DSGVO) hat die Unsicherheit auf allen Seiten nicht verringert.

Diese Entwicklung ermöglichte dem Versicherungsmarkt in Bezug auf Cyber-Policen einen wesentlichen Prämienzuwachs. Viele Unternehmen nutzten die Chance, ihr eigenes Portfolio um einen Cyber-Versicherungsschutz zu erweitern. Dies gelang durch umfangreiche Bedingungskonzepte und günstige Prämien sehr gut. Die Bereitschaft der Versicherer, höhere Versicherungssummen zur Verfügung zu stellen, begünstigte diesen Prozess.  

Cyber-Attacken im Fokus der Wirtschaft

Durch die mediale Berichterstattung über diverse Cyber-Attacken rückt das Thema IT-Sicherheit weiter in den Fokus der versicherungsrelevanten Wirtschaft. Gesetzliche Rahmenbedingungen wie die DSGVO verstärken diese Tendenz. Nahezu alle Versicherer bieten Cyber-Deckungen an, da in dieser Sparte durchaus Wachstumschancen vorhanden sind. Die Bedingungswerke sind derzeit noch uneinheitlich, hier werden zukünftige Schadenfälle deren Werthaltigkeit zeigen. Vereinzelt vermindern Versicherer den Deckungsumfang, reduzieren Versicherungskapazitäten oder neigen zu höheren Selbstbehalten und versichern bestimmte Risiken nicht mehr.  

D&O-Versicherungen: Cyber-Risiken sind Board-Risiken

Vorstände und Geschäftsführer müssen dafür sorgen, dass finanzielle Verluste nicht zu Lasten ihres Unternehmens gehen: Sie stehen in der Haftung und tun deshalb gut daran, für eine leistungsstarke Cyber-Versicherung zu sorgen. Ausgehend von Vorfällen in den USA können wir auch in Europa und Deutschland immer mehr erkennen, dass ein nicht versicherter Cyber-Vorfall sich in der D&O wiederfindet. Interne Kontrollorgane überprüfen, aus welchem Grund der Abschluss einer Cyber-Versicherung versäumt wurde und übertragen im Zweifelsfall den entstandenen Schaden auf die Geschäftsführer.  

Silent Cyber: das unterschätze Risiko

In aktuellen Versicherungspolicen wird meist kein expliziter Ausschluss zu Cyber-Angriffen geführt. Auch sind Cyber-Risiken im Rahmen und Umfang des jeweiligen Versicherungsvertrages nicht immer ausdrücklich definiert. Unter Umständen ist dieses Risiko abgedeckt, einen sicheren Schutz gibt es aber nicht.

Um einen Versicherungsschutz zu gewährleisten, prüfen die Versicherer derzeit die Cyber-Risiken in allen Policen, um diese anschließend ausdrücklich auszuschließen oder ausdrücklich zu versichern. Hier zeigt sich, dass die Risikoträger versuchen werden, das vorhandene Kumulrisiko durch die Cyber-Gefahr aktiv zu steuern.

Ziel der Versicherer ist es, zukünftig alle Cyber-Risiken in eigens dafür vorgesehenen Cyber-Policen versichert zu wissen. Diese Überlegung stellt den gesamten Markt vor große Herausforderungen.

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