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Rechnungszins und Inflationsrate für betriebliche Versorgungsleistungen im nationalen und internationalen Jahresabschluss zum 31.12.2018

9. Januar 2019
| Deutschland

Ziel dieses Beitrags ist es, den Erstellern der Jahresabschlüsse bei der Rechnungslegung für Versorgungsleistungen an Arbeitnehmer unterstützende Informationen zur Wahl des maßgeblichen Rechnungszinses und der erwarteten langfristigen Inflationsrate im Euroraum zum Jahresende 2018 zur Verfügung zu stellen sowie sie über aktuelle Entwicklungen bei den Rechnungslegungsstandards in diesem Bereich zu informieren.

Zusammenfassung

  1. Eine nahezu vollständig fehlende Volatilität kennzeichnete die Entwicklung des internationalen Rechnungszinses in der Eurozone im Jahr 2018. Zum 31.10.2018 liegt dieser in der Folge nur geringfügig über dem Niveau zum Ende des Vorjahres. Die sich auch für die Eurozone langsam abzeichnende Entspannung des globalen Niedrigzinsumfelds konnte somit noch nicht auf den Rechnungszins zur internationalen Bewertung von Pensionsverpflichtungen durchschlagen.
  2. Auf der Grundlage des RATE:Link-Zinsverfahrens wird eine sich zum 31.12.2018 ergebende Spanne für den Rechnungszins – bei unveränderter Fortschreibung der Verhältnisse vom 31.10.2018 (Grenzen jeweils für Rentner- und Aktivenbestände, innerhalb der Bandbreite für Mischbestände) – zwischen 1,75% und 2,0% p.a. erwartet.
  3. Das „Inflationskurvenverfahren“ der Verf. schlägt für deutsche Pensionspläne derzeit Inflationsannahmen von ca. 1,8% p. a. vor. Berücksichtigt man zusätzlich, dass die von der Entwicklung der Kaufkraft abhängigen Rentenanpassungen i. d. R. nur im Dreijahresrhythmus erfolgen, kann sich die wertgleiche jährliche Inflationsrate bis auf 1,6% p.a. reduzieren.
  4. Diese Ergebnisse geben die zum Stand 31.10.2018 feststellbaren Marktverhältnisse für den zum Bilanzstichtag 31.12.2018 aufzustellenden Jahresabschluss wieder.
  5. Die dieses Jahr veröffentlichten „Heubeck-Richttafeln 2018 G“ werden vorbehaltlich eines Nachweises, dass anderweitige (modifizierte) Sterbetafeln die unternehmensspezifisch beobachtete bzw. erwartete Biometrie adäquater abbilden, für die nationale und internationale Handelsbilanz zum Jahresende 2018 anzuwenden sein. Für die Steuerbilanz ist der Unterschiedsbetrag aus der erstmaligen Anwendung auf mindestens drei Wirtschaftsjahre gleichmäßig zu verteilen.
  6. Infolge sukzessiven Wegfalls der relativ hohen Stichtagszinsen des Jahres 2008 war für das Jahr 2018 ein besonders großer handelsrechtlicher Zinsverfall für die Bewertung von Altersversorgungsverpflichtungen und damit eine hohe Kostenbelastung zu verzeichnen. Dieser wird sich auch noch im Jahr 2019 fortsetzen, bis sich ab dem Jahr 2020 die handelsrechtliche Zinsschmelze allmählich verlangsamen wird.

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