Artikel

Praxisbeispiel: XING macht die Vergütung transparent

Januar 2019
| Deutschland

Viele Unternehmen reden nur über eine transparente Vergütung. XING hat auch gehandelt und mit der Einführung der Gehaltstransparenz wortwörtlich für klare Verhältnisse gesorgt. XING wurde 2003 gegründet und ist inzwischen das führende soziale Netzwerk für berufliche Kontakte mit 15 Millionen Mitgliedern im deutschsprachigen Raum. Das Unternehmen beschäftigt mehr als 1.500 Mitarbeiter, etwa an den Standorten Hamburg, München, Barcelona, Wien, Zürich und Porto.

Über Geld spricht man

Werde ich marktgerecht vergütet? Wie sehen meine nächsten Gehaltsschritte aus? Wie viele Unternehmen in Europa sah sich auch XING mit diesen Fragen seitens der Mitarbeiter zunehmend konfrontiert. Anders jedoch als die meisten Unternehmen entschied sich XING 2017 in die Offensive zu gehen und die Gehälter aller Mitarbeiter und die jeweiligen Marktdaten unternehmensweit transparent zu machen. Gehälter sollten künftig für alle Mitarbeiter nachvollziehbar, verbindlich und fair sein. Mit dieser Form von Transparenz positioniert sich XING als moderner Arbeitgeber.

Schaffung von Transparenz

Um allen Mitarbeitern transparent darstellen zu können, wo sie im Gehaltsgefüge des Unternehmens liegen, wurden zunächst alle Jobs bei XING einer Job-Gruppe (zum Beispiel „Zentralbereich“), einer Job-Rolle (zum Beispiel „Accounting“) sowie einem Job-Level (zum Beispiel „Senior Manager“) zugeordnet. Basierend darauf wurden Gehaltsbänder für jede Job-Rolle erstellt, die sich an den Marktdaten des jeweiligen Landes orientieren. Durch Interviews mit den operativ Verantwortlichen ergaben sich zudem rollenspezifische Anpassungen, die bei der Gestaltung der Bänder berücksichtigt wurden. Diese wurden zuletzt querkalibriert und an der Unternehmensstrategie ausgerichtet.

Das Ergebnis

Das Projekt zur Schaffung von Gehaltstransparenz führte zu knapp 350 landesspezifischen Gehaltsbändern für Deutschland, Österreich, die Schweiz und Spanien. Fast alle Mitarbeiter wurden abgedeckt. Im Ergebnis befanden sich 85 Prozent der Gehälter innerhalb der Bänder, während der verbleibende Anteil jeweils zur Hälfte über bzw. unter den Bändern lag. Die klare Aussage war: Alle Mitarbeiter, deren Gehälter innerhalb der Gehaltsbänder liegen, werden marktgerecht vergütet. Und der Rest? Wer aktuell noch unterhalb der Bänder liegt, wird mit Hilfe seiner Führungskraft in das Gehaltsband entwickelt, sofern die Leistungsanforderungen erfüllt wurden. Wer oberhalb des Bandes liegt, wird zunächst auf diesem Stand bleiben und kann sich perspektivisch auf das nächsthöhere Level entwickeln.

Transparenz durch Kommunikation

Alle Führungskräfte wurden durch Trainings darauf vorbereitet, mit den Gehaltsbändern zu arbeiten und in den Dialog mit den Mitarbeitern zu gehen. Zur Vorstellung der finalen Gehaltsbänder und Kommunikation der damit verbundenen Vision führte XING dann mit den Personalverantwortlichen und dem Vorstand eine Roadshow an allen Standorten durch. Nach einem standortübergreifenden Event mit allen Mitarbeitern wurden sämtliche Gehaltsbänder mit den aktuellen Ist-Gehältern für jeden zugänglich im XING Intranet veröffentlicht.

Nach dem Projekt

Die hohe Transparenz und Klarheit, die durch dieses Projekt geschaffen wurden, haben die Mitarbeiter positiv wahrund angenommen. Nicht zuletzt auch, weil sowohl der gesamte Vorstand als auch die Personalverantwortlichen und Führungskräfte hinter der neuen Vergütungstransparenz standen. Auch im Folgejahr konnte XING mit neuen Marktdaten auf den Bändern aus 2017 aufbauen und das Versprechen an die Mitarbeiter halten: Wir sind transparent und bezahlen marktgerecht. Zurückblickend hat die Transparenz geholfen, die Diskussionen rund um die Vergütung offener und fundierter zu führen und die Zufriedenheit bei Mitarbeitern und Führungskräften mit dem Vergütungsprozess zu erhöhen.