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Artikel | InsureBlog – was Versicherer bewegt

Fusionen: Nicht jede Übernahme erzielt den gewünschten Effekt

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Von Michael Klüttgens | 8. April 2019

Über die Vor- und Nachteile von Fusionen in der Versicherungsbranche wird zurzeit verstärkt diskutiert – nicht zuletzt im Hinblick auf eine mögliche Fusion der Commerzbank und der Deutschen Bank.

Ein Zusammenschluss zweier Versicherungshäuser oder die Übernahme eines anderen Versicherers ist jedoch im Versicherungssektor nicht selten. Doch warum greifen immer mehr führende Player zum Wachstumshebel M&A?

Chancen für Versicherer durch Fusionen

Die Gründe für M&A sind vielfältig – so spielen zum Beispiel Skaleneffekte eine große Rolle. Vor dem Hintergrund sehr niedriger Zinsen wird der Wettbewerb zunehmend über die Kostenquoten und Effizienzgewinne bestimmt und da gibt es noch Luft nach oben. Auch die Spezialisierung ist ein wichtiger Faktor: Die allerwenigsten Häuser schaffen es, in allen Regionen, Sparten, Kundensegmenten oder Vertriebskanälen erfolgreich zu agieren. Viele Firmen versuchen, sich auf ihr Kerngeschäft zu fokussieren, beziehungsweise dort zuzukaufen und sich von Randbereichen zu trennen. Ein weiterer Grund für einen Zusammenschluss ist das Streben nach Marktmacht. Selbst wenn eine Fusion Risiken birgt und Übernahmen zuweilen zu teuer bezahlt werden – eine Konsolidierung im Markt hilft oft, eine Erhöhung der Margen für die Player herbeizuführen.

Versicherer müssen wachsen

Organisches Wachstum ist für die Unternehmen der Versicherungswirtschaft auch heute noch möglich – jedoch nicht in allen Märkten und Segmenten. Oft ergänzt das Wachstum durch Zukäufe jene Aktivitäten, die auf organisches Wachstum abzielen. Hinzu kommt, dass Akquisitionen meist einer speziellen Opportunität geschuldet und nicht immer planbar sind. Übernahmen sind daher vor allem da sinnvoll, wo das Unternehmen einen klaren Wettbewerbsvorteil vermutet. Dies sind häufig die Märkte, in denen man bereits agiert, jedoch nicht schnell genug organisch wachsen kann. Für ausländische Investoren ist der Standort Deutschland vermutlich dann interessant, wenn sie bereits hier vertreten sind.

M&A erfolgreich umsetzen

Die genaue Vorbereitung und Planung einer Übernahme ist essentiell. Gerade bei Unternehmen derselben Größe ist bereits bei Ankündigung eine klare Kommunikation wichtig, wer welche Schlüsselpositionen übernehmen wird. Eine weitere Herausforderung ist das Zusammenbringen verschiedener Mentalitäten in der Unternehmenskultur. Die Entwicklung dieser ist ein Prozess, der Jahrzehnte dauern kann und immer wieder aktiv angestoßen werden muss. Wenn zwei grundsätzliche verschiedene Kulturen vereint werden müssen, führt das automatisch zu Konflikten und Verwirrung. Aufgrund dessen sollte eine Übernahme immer strategisch geplant und am besten mit der Unterstützung von Experten umgesetzt werden.

Weitere Aspekte rund um das das M&A-Geschehen in der Versicherungsbranche lesen Sie im vollständigen Interview der Versicherungswirtschaft mit Michael Klüttgens, Head of Insurance Consulting and Technology bei Willis Towers Watson.

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