Studienergebnisse

Deutscher bAV-Index 2018

Status quo und Trends im deutschen bAV-Markt

7. März 2018
| Deutschland

Die Tendenz zur Ausfinanzierung der bAV-Verpflichtungen ist in Deutschland nach wie vor ungebrochen. Neben der Unterstützungskasse ist die Direktzusage dabei jedoch nach wie vor der beliebteste Durchführungsweg für die arbeitgeberfinanzierte bAV.

Die Rente ist in Deutschland die mit Abstand häufigste Auszahlungsart für bAV-Leistungen. Jedoch bieten die meisten Unternehmen ihren Mitarbeitern die Möglichkeit, beim Eintritt in den Ruhestand abhängig von der jeweiligen Lebenssituation flexibel zwischen mehreren Auszahlungsarten zu wählen.

Beitragsorientierte Versorgungswerke sind die vorherrschende Zusageart – leistungsorientierte Pläne werden zunehmend abgelöst und bei neu einzuführenden Zusagen in der Regel nicht mehr in Betracht gezogen. Aufgrund der hohen Verbreitung beitragsorientierter Pläne wurden einige für diese Zusageart typische Strukturmerkmale näher betrachtet.

So werden bei beitragsorientierten Plänen die arbeitgeber- und arbeitnehmerfinanzierten bAV-Modelle mit Vorliebe analog gestaltet oder in einem System integriert. Dabei wird die Eigenbeteiligung der Arbeitnehmer häufig durch arbeitgeberfinanzierte Matching-Beiträge belohnt.

Die Höhe der Arbeitgeberbeiträge orientiert sich meist an der (Grund-)Vergütung der Mitarbeiter, wobei zur Berechnung des Beitrags in der Regel ein Split-Beitragssatz herangezogen wird, bei dem auf Vergütungsbestandteile oberhalb der Beitragsbemessungsgrenze der deutschen Rentenversicherung höhere Beiträge entfallen.

Versorgungszusagen mit einem fest zugesagten Zins werden aufgrund des derzeitigen Niedrigzinsumfeldes zunehmend von Plänen mit kapitalmarktorientierten Zinsmodellen abgelöst – diese reagieren flexibel auf die Zinsschwankungen im Markt und bieten bei einer positiven Zinsentwicklung die Chance auf eine attraktive Rendite.

Die arbeitgeberfinanzierte bAV bietet in Deutschland nicht nur im Alter eine zusätzliche Absicherung – die meisten bAV-Pläne sehen auch eine Absicherung bei Invalidität und Leistungen an Hinterbliebene vor. Die Gestaltung der Leistungen ist dabei sehr unterschiedlich.

Anhand von drei Musterpersonen (Tarif-Mitarbeiter, außertariflicher Mitarbeiter und Führungskraft) wurden die Altersleistung und die Kosten der arbeitgeberfinanzierten bAV-Werke berechnet. Dabei liegt die Altersleistung (ausgedrückt als Versorgungsgrad, das heißt erste Rente dividiert durch letztes Gehalt) über alle Personen hinweg im Median zwischen 4,4 Prozent und 4,8 Prozent der jeweiligen letzten Grundvergütung, wobei tendenziell gilt: je größer das Unternehmen, desto höher die Altersleistung.

Die Kosten der bAV-Werke sind je nach Hierarchieebene sehr unterschiedlich: Aufgrund höherer durchschnittlicher Beiträge liegen die Kosten für eine Führungskraft mit einem Median von 7,2 Prozent der Grundvergütung in der Regel weit über den Kosten für einen regulären Mitarbeiter (zum Beispiel aus dem Bereich Tarif mit im Median 3,0 Prozent der Grundvergütung). Die bAV-Versorgungslandschaft wird dabei in Bezug auf das Kosten-Niveau immer homogener – die Kosten für neuere Zusagen liegen meist nahe des Markt-Medians.