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Artikel | Risk Perspectives

Risiken digital managen: Analysen

Corporate Risk Tools and Technology
N/A

10. Dezember 2020

Wie können Unternehmen ihre Risiko- und Versicherungsstrategie faktenbasiert gestalten? Ein Gespräch zwischen Experten von Willis Towers Watson.

Thomas Zelosko: In den letzten Jahren ist das Risiko- und Versicherungsmanagement deutlich anspruchsvoller geworden: Für Unternehmen wird es immer schwieriger, Kosten und Versicherungsumfang in eine vernünftige Balance zu bekommen.

Sylvester Lahmann: Für viele Unternehmen mit zum Teil komplexen, eigenen Strukturen ist es bereits eine Herausforderung, die Ausgangslage zu klären: Welchen Risiken ist unser Unternehmen ausgesetzt? Welche ökonomischen Auswirkungen sind damit verbunden? Wie viel Risiko wollen wir selbst tragen? Und welche Risiken können wir zu welchen Kosten auslagern?

Frank Hering: Belastbare Antworten finden sie nur, wenn sie alle relevanten Daten zu ihren Risiken erfassen, gezielt analysieren, sinnvoll miteinander verknüpfen und dann auch entscheidungsorientiert verfügbar machen.

Thomas Zelosko: Dazu brauchen sie eine leistungsstarke digitale Lösung. Wir haben für unsere Kunden deshalb die Plattform Risk Intelligence Central entwickelt, die unterschiedliche Aspekte des Risiko- und Versicherungsmanagements umfassend digital abbildet.

Frank Hering: Wenn wir die Plattform für unsere Kunden einrichten, laden wir ihre historischen Daten in einem Schwung in das System. Neue oder geänderte Daten pflegen wir für unsere Kunden ein, sie können sie aber auch selbst eingeben.

Sylvester Lahmann: Für den Versicherungsmanager eines Unternehmens ist das eine praktische Sache, wenn er etwa seinem CFO schnell Rede und Antwort stehen muss. Dazu ein Beispiel: Das Unternehmen will im Rahmen seiner neuen Finanzierungsstrategie ein Gebäude am Standort Frankfurt verkaufen und dann zurückleasen. Der CFO fragt deshalb, wie hoch aktuell die entsprechende Versicherungssumme ist.

Thomas Zelosko: Der Versicherungsmanager kann dazu auf unserer Plattform in den Bereich „Exposure Management“ gehen. Hier sind alle Objekte des Unternehmens aufgelistet. Mit Blick auf den Standort Frankfurt sieht er sofort, welche Schäden es hier gab, welche Maßnahmen vereinbart wurden, um die Risiken zu reduzieren, und eben auch die Versicherungssumme. Er kann seinem CFO dann auch umgehend melden, welche Prämie er bei dem Sale-and-lease-back-Verfahren spart.

Sylvester Lahmann: Jetzt will der CFO für seine Investitionsplanung wissen, auf welche Standorte die geplanten Investitionen für Branschutzverbesserungen sinnvollerweise aufgeteilt werden. Diese Infos findet der Versicherungsmanager ebenfalls im Bereich „Exposure Management“. Er sieht etwa auch, in welchen Sturm- oder Erdbebenzonen seine Gebäude sind. Alle Daten kann er nach Excel exportieren, in einen Report einbinden und diesen seinem CFO schicken.

Thomas Zelosko: Mich interessiert das Thema Sturm und Erdbeben bzw. Naturgefahren noch etwas mehr. Nehmen wir an, in Südostasien tobt ein Wirbelsturm und der CFO fragt, wie stark die Standorte des Unternehmens davon betroffen sind.

Frank Hering: Eine Antwort bietet unsere Applikation „Global Peril Diagnostic“. Der Versicherungsmanager kann damit auf einer Karte den Weg und die Kraft des Zyklons live verfolgen, forecasten und sehen, welche Standorte wie stark gefährdet sind bzw. welche Vermögenswerte welchem Risiko ausgesetzt sind.

Sylvester Lahmann: Die Applikation kann noch mehr. Nehmen wir an, das Unternehmen will in der Türkei einen neuen Standort gründen und hat vier Orte zur Auswahl. „Global Peril Diagnostic“ zeigt, welcher davon zum Beispiel am wenigsten erdbebengefährdet ist und sich für den geplanten Standort am besten eignet.

Thomas Zelosko: Auf einer Übersichtskarte lassen sich zudem alle Standorte anzeigen – mit ihren Versicherungswerten und klar definierten Risikoscores zu insgesamt zwölf Naturgefahren, wobei die Risikoscores auf Erfahrungswerten der letzten 70 Jahre basieren. Hier kann etwa auch danach gefiltert werden, welche Standorte zum Beispiel am meisten von einem Überschwemmungsrisiko betroffen sind.

Sylvester Lahmann: So wird schon mal das Gefährdungspotenzial transparent. Eine wichtige Frage für Unternehmen lautet jedoch: Wie können wir das Risiko- und Versicherungsmanagement so gestalten, dass wir unsere Risiken in einem angemessenen Umfang zu vertretbaren Kosten absichern? Das Bauchgefühl hilft hier nicht weiter, gerade auch mit Blick auf das schwierige Renewal der Sachversicherungen.

Frank Hering: Deshalb bieten wir unseren Kunden die Applikation „Property Quantified“, mit der sie den ökonomischen Wert unterschiedlicher Versicherungsvarianten quantifizieren können. Auf Basis von Branchendaten und der Schadenhistorie der Unternehmen können damit etwa in Bezug auf Überschwemmungen 20.000 Schadenszenarien pro Standort oder Region modelliert werden.

Thomas Zelosko: So wird die Höhe des jährlichen Schadenerwartungswerts für verschiedene Konfidenzintervalle transparent gemacht.

Frank Hering: Mit diesen Daten lassen sich dann verschiedene Versicherungsvarianten durchspielen – in Abhängigkeit vom Limit, dem Selbstbehalt und den Kosten im Rahmen einer gesamthaften Betrachtung. Unternehmen sehen so, welche Versicherungslösung für sie die wirtschaftlichste ist und gewinnen eine faktenbasierte Grundlage für die Gestaltung ihrer Risko- und Versicherungsstrategie.

Thomas Zelosko: Insgesamt können wir unseren Kunden also helfen, mir ihren Versicherern auf Basis klarer Fakten zu verhandeln und vernünftige Entscheidungen in Sachen Risikotransfer zu treffen. Ein angemessener wirtschaftlicher Schutz ist auch in unseren angespannten Zeiten möglich.

Ihre Kontakte

Frank Hering
Managing Director, Head of Client Management,
Corporate Risk and Broking

Thomas Zelosko
Head of Sales

Sylvester Lahmann
Senior Account Manager

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