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COVID-19: Sach- und Ertragsausfallversicherung

Wie Sie Ihre Sach- und Ertragsausfallversicherungen auf dem besten Kurs durch ein schwieriges Marktumfeld bringen.

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15. Dezember 2020

Das Kerngeschäft der Versicherer weist in vielen Bereichen Verluste aus und verursacht Druck und mehr Fokus auf Profitabilität. Diesen Druck geben die Versicherer an ihre Kunden weiter, ganz besonders gilt dies auch mit Blick auf Sach- und Ertragsausfallversicherungen.

Wie können Unternehmen dennoch Ihre Versicherungen so fortführen, dass sie ihrem Bedarf entsprechen und finanziell vertretbar bleiben? Frank Hering und Ralf Püchel von Willis Towers Watson erläutern, worauf es ankommt.

Weshalb wird es immer schwieriger, angemessene Sach- und Ertragsausfallversicherungen zu vertretbaren Konditionen abzuschließen?

Frank Hering: Weil diese Sparte für viele Versicherer schon seit ein paar Jahren ein Verlustgeschäft ist. Die Wirtschaftskrise im Zuge der COVID-19-Pandemie setzt die Versicherer jetzt spartenübergreifend weiter unter Druck, denken wir nur an das gestiegene Insolvenz- und Ausfallrisiko.

Ralf Püchel: Gerade im Bereich der Sach- und Ertragsausfallversicherung sind die Versicherer zu generellen Portfoliomaßnahmen übergegangen. Hinzu kommen nun im Zusammenhang mit COVID-19 noch Schäden aus Betriebsschließungsversicherungen, Rückgänge bei Prämieneinnahmen aus umsatzbasierten Vertragsteilen und eine verhaltenere Investitionsbereitschaft der Unternehmen, die mit den Folgen der Pandemie zu kämpfen haben, so dass der Handlungsdruck für die Versicherer weiter zunimmt.

Wie reagieren die Versicherer konkret?

Ralf Püchel: Damit die Versicherer ihre Rentabilitätsziele erreichen, nutzen sie verschiedene Optionen: Sie fordern oft drastisch höhere Prämien bei deutlich höheren Selbstbehalten. Viele Betriebsarten bewerten sie kritisch und reduzieren ihre Zeichnungsanteile oder sie schließen bestimmte Betriebsarten gleich ganz aus.

Frank Hering: Im Fokus stehen hier etwa Risiken mit Blick auf einen unzureichenden Brandschutz oder eine hohe Schadenlast oder eben Branchen in ihrer Gesamtheit, die bereits vor Corona von den Versicheren als kritisch betrachtet wurden und jetzt für diese noch mehr zum Risiko werden.

Was können Unternehmen in dieser Lage tun?

Frank Hering: Sie sollten den Versicherern transparent machen, dass sie ihre Risiken kennen und ein ausgeprägtes Eigeninteresse haben, sich vor Schadenereignissen wirkungsvoll schützen, etwa mit individuellen Brandschutzkonzepten und anderen Schutzmaßnahmen. Generell kommt es darauf an, den Versicherern ein durchdachtes Risikomanagement überzeugend zu präsentieren. Das schafft Vertrauen, das für konstruktive Verhandlungen zwischen Unternehmen und Versicherern entscheidend ist.

Ralf Püchel: Zudem sollten die Unternehmen kritisch prüfen, welchen Versicherungsschutz sie wirklich brauchen und ob die Höchstentschädigungen und Selbstbeteiligungen angemessen justiert sind. Risikoverbesserungsmaßnahmen sind ebenfalls in die Überlegungen einzubeziehen, da sie sowohl Umfang und Eintrittswahrscheinlichkeit eines Schadens als auch die Prämie beeinflussen können.

Eine entsprechende Risiko- und Versicherungsmanagement-Strategie zu entwickeln, ist vermutlich keine leichte Übung …


Ralf Püchel:
… aber auch kein Hexenwerk. Mit uns können Unternehmen einen einfachen Weg gehen: Wir analysieren mit ihnen ihre konkreten Risiken und die jeweiligen Verlustpotenziale, auch Standort für Standort. Dann empfehlen wir unseren Kunden Maßnahmen, mit denen sie ihre Risikoposition verbessern können. Daraus folgt, welche Versicherungen sie mit welchem Zuschnitt brauchen.

Frank Hering: Um dafür von Versicherern angemessene Angebote zu erhalten, bereiten wir mit Blick auf deren spezifischen Informationsbedarf alle relevanten Fakten überzeugend auf. Unser spezialisiertes Platzierungsteam spricht mit diesen Fakten geeignete Versicherer an und holt mehrere alternative Angebote ein. Unser Team schaut auch, welche zusätzlichen Kapazitäten international beschafft werden können, etwa auch über globale Rückversicherer.

Was können Sie Ihren Kunden generell raten?

Frank Hering: Sorgen Sie für ein faktenbasiertes Risiko- und Versicherungsmanagement. Stellen Sie Ihre Versicherungen auf den Prüfstand und identifizieren Sie Ihren konkreten Versicherungsbedarf. Und denken Sie dabei auch aus der Perspektive der Versicherer, um deren Bedenken überzeugend begegnen zu können. Wie gesagt: Die Versicherer stehen unter Druck, deshalb kommen Unternehmen nur mit klaren und überzeugenden Argumenten gut mit ihnen ins Geschäft.

Ihre Kontakte

Managing Director, Head of Client Management,
Corporate Risk and Broking

Ralf Püchel
Senior Broker Property Corporate

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