Mit Hauptinhalt fortfahren
Artikel | Benefits!

Corona-Pandemie beschleunigt Benefits-Optimierung

Was multinationale Arbeitgeber wissen sollten

Retirement
COVID 19 Coronavirus

Von Monika Behrens | 9. Dezember 2020

COVID-19 rückt arbeitgeberfinanzierte Gesundheits-Benefits weltweit in den Fokus.Trends, Entwicklungen und bewährte Handlungsoptionen

Die Corona-Pandemie brachte arbeitgeberfinanzierte Employee Benefits weltweit ruckartig auf die Agenda von Unternehmen. Zunächst wurde vor allem geprüft, ob die bereitgestellten Kranken-, Leben- und Unfall-Versicherungen auch durch COVID-19 ausgelöste Schadenereignisse abdeckten. In der überwiegenden Mehrheit der Länder, in denen deutsche Multinationals schwerpunktmäßig vertreten sind, war dies der Fall. In den anderen Ländern ist entweder der Staat eingesprungen oder ein Deckungsschutz konnte schnell durch lokale Berater eingerichtet werden.

Hier waren die Arbeitgeber im Vorteil, die bereits seit längerem Transparenz über weltweit bestehende Benefits besitzen und so schnell reagieren konnten.

Employee-Assistance-Programme eingeführt oder ausgebaut

Fürsorgliche Arbeitgeber haben für die stark betroffenen Regionen im März 2020 sehr schnell nach Employee-Assistance-Programmen gefragt, um Härtefälle für Mitarbeiter zumindest finanziell abzufedern. So wurden z.B. in Italien, Spanien und Russland innerhalb kürzester Zeit spezielle Corona-Employee-Assistance-Programme ins Leben gerufen, die Arbeitnehmern im Fall einer COVID-19-Erkrankung bestimmte Entschädigungen für Mehraufwendungen (z.B. durch notwendige Kinder- oder Tierbetreuung oder zusätzliche Medikamente) gewährten. Diese Deckungen wurden stark nachgefragt. Auch wurden teilweise vom Arbeitgeber finanzierte Corona-Tests zur Verfügung gestellt.

Telemedizin stärker verbreitet

Um Mitarbeitern im Zuge des ersten Lockdowns im Frühjahr eine ärztliche Beratung anbieten zu können, wurde in einigen Ländern verstärkt auf Telemedizin gesetzt. Beispielsweise in Spanien wurde das Angebot, einen Arzt über das Internet zu konsultieren, für einige Unternehmen schnell eingeführt. So konnten Mitarbeiter eine ärztliche Beratung wahrnehmen, ohne sich der Ansteckungsgefahr in überfüllten Wartezimmern aussetzen zu müssen. Der Trend, Telemedizin in betriebliche Krankenversicherungen aufzunehmen, hält weiter an, nicht zuletzt, um auch die seit einigen Jahren stark ansteigenden Schadenkosten zu begrenzen.

Wellbeing Programme ergänzt

Viele Arbeitgeber haben sich intensiv um das physische und psychische Wohl ihrer Arbeitnehmer gesorgt. So wurden vorhandene Wellbeing Angebote auf mögliche Lücken, z.B. für das besondere Szenario „Home-Office“ überprüft. In der Folge wurden etwa Online-Fitnesskurse oder Beratung zu neuen Alltagsfragen angeboten (etwa, wie man sich am effektivsten und gesündesten im Home-Office einrichtet und ernährt oder wie man unterschiedliche Verpflichtungen, z.B. aus der Betreuung von kleinen Kindern oder dem Home-Schooling mit dem Arbeitsalltag verbinden kann).

Erhalt der psychischen Gesundheit unterstützt

Viele Arbeitnehmer sind durch COVID-19 erhöhtem Stress ausgesetzt, sei es aus Angst vor Ansteckung, Sorge um Angehörige, Angst vor einem Arbeitsplatzverlust, für Singles durch Vereinsamung, für Eltern durch wegfallende Kinderbetreuung. Um die langfristigen Folgen dieses gesteigerten Stressniveaus aufzufangen, haben einige Arbeitgeber spezielle psychologische Beratungsangebote im Rahmen von Employee-Assistance-Programmen zur Verfügung gestellt, ebenso flexiblere Arbeitszeitmodelle. Schon vor der Pandemie galt die psychische Gesundheit von Arbeitnehmern als eine zunehmende Herausforderung, wie der Medical Trend Report 2020 zeigt. Doch fielen im ersten Halbjahr 2020 bereits mehr Mitarbeiter länger als in den Vorjahren durch psychische Erkrankungen aus, wie erste Studien und Berichte von Krankenkassen zeigen.

Weltweite Krankenversicherung: Kostenanstieg kurzfristig aufgeschoben

Der weltweite jährliche Anstieg der Prämien für die betriebliche Krankenversicherung hat sich in 2020 durch COVID-19 zunächst verlangsamt, wie der Medical Trend Report 2021 zeigt. Dies ist vor allem darauf zurückzuführen, dass viele nicht lebensnotwendigen Operationen, aber auch Vorsorgeuntersuchungen verschoben wurden und Arztbesuche im Lockdown vermieden wurden. Insbesondere verschobene Operationen und Vorsorgeuntersuchungen dürften jedoch in den Folgejahren zu erhöhten Kosten führen, ebenso wie die möglichen mentalen Folgen der Corona-Krise sowie die eventuellen langfristigen gesundheitlichen Folgen bei genesenen COVID-Patienten. Auch der in Aussicht gestellten COVID-Impfungen dürften den zu erwartenden weltweiten Kostenanstieg verstärken. Jedoch ist hervorzuheben, dass der Anstieg von Land zu Land sehr unterschiedlich ausfallen wird, wie sich aus aktuarischen Prognosemodellen von Willis Towers Watson ablesen lässt.

Ausblick: Von Ad-hoc-Maßnahmen zur Langfriststrategie

COVID-19 und seine besonderen Auswirkungen auf den Arbeitsplatz (z.B. Veränderung ins Home-Office) fordern Arbeitgeber und Arbeitnehmer weiterhin intensiv, um die physische und psychische Gesundheit der Mitarbeiter und ihrer teilweise mitversicherten Angehörigen zu erhalten.

Nach den anfänglichen Ad-hoc-Maßnahmen schauen sich Arbeitgeber nun an, wie diese Lösungen in langfristig sinnvolle Unterstützungsmaßnahmen eingefasst werden können, die in die globale Benefits-Landschaft und Philosophie des Unternehmens passen. Dies schlägt sich etwa in einer verstärkten Nachfrage nach weltweiten Wellbeing-Angeboten nieder, die verschiedene Aspekte (physische, psychische, finanzielle und soziale Faktoren) abdecken. Ebenso informieren sich Arbeitgeber über eine weltweite Einführung der Telemedizin. Manche Unternehmen prüfen eine weltweite Impfstrategie.

Hinweise für die Praxis

In der Pandemie bestätigte sich, dass es für Unternehmen vorteilhaft ist, wenn Informationen über die vorhandenen Benefits in allen Tochterunternehmen weltweit schnell zur Verfügung stehen. Headquarter, die diese Transparenz bisher nicht hatten, streben sie nun an, um ihrer Governance-Funktion besser gerecht werden zu können.

Ihr Kontakt

Senior Director / Client Relationship Director

Services

 

Produkte

 

Themenverwandte Lösungen

Contact Us