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Neue Möglichkeiten zur Kosteneinsparung für IFRS-Bilanzierer

Verfeinerte Zinsfestlegung durch Spot Rate Approach

Retirement
N/A

Von Mareike Markmann und Jürgen Fodor | 2. September 2020

Wird der Rechnungszins für Pensionsverpflichtungen anhand des Spot Rate Approachs ermittelt, sinken Service Cost und Interest Costs.

Für US-GAAP-Bilanzierer von Pensionsverpflichtungen ist der so genannte Spot Rate Approach (auch: Granular Approach) als eine alternative Methode der Zinsfestlegung bereits seit längerem akzeptiert und gebräuchlich. Nun zeichnet sich ab, dass auch IFRS-Bilanzierer verstärkt auf diese verfeinerte Methode umstellen und dadurch Pensionsplankosten einsparen.

Traditionell bewährt: „Einheitszins“ durch Aggregate Approach

Beim üblichen traditionellen Zinsfestlegungsverfahren wird aus der Zinsstrukturkurve ein planspezifischer Durchschnitts- oder „Einheitszins“ für die Ermittlung der Verpflichtungshöhe (DBO) abgleitet, der dann in der Folge auch für die Bestimmung von Service Cost und Interest Cost des Folgejahres nach IFRS angewendet wird. Dieses Verfahren ist auch weiterhin sachgerecht, insbesondere wenn ein homogener Personenbestand aus Anwärtern und Leistungsbeziehern mit im Wesentlichen gleich bleibender Duration bewertet wird.

Neu und differenzierter: Der Spot Rate Approach

Beim Spot Rate Approach wird für den Normalfall einer ansteigenden Zinsstrukturkurve für die Bestimmung der Service Cost ein höherer Rechnungszins als für die Ermittlung der DBO angesetzt, da die Service Cost den Anwartschaftszuwachs der aktiven Mitarbeiter mit regelmäßig späterer Fälligkeit der Leistungen verkörpern.

Bei den Interest Cost wird hingegen jede in die DBO eingegangene künftige und bereits abgezinste Zahlungsscheibe separat mit dem jeweiligen fristadäquaten Zinssatz wieder um ein Jahr aufgezinst und daraus ein wertgleicher dritter Einheitszins ermittelt. Insofern kommen verschiedene verpflichtungsbezogene Zinssätze zur Anwendung, weshalb dieses Verfahren gerade bei inhomogenen Personenbeständen häufig als exakter gewertet wird. Zwischenzeitlich haben nach Erfahrung von Willis Towers Watson auch die meisten Wirtschaftsprüfer die Anwendung des Spot Rate Approach auch für IFRS-Bilanzierer akzeptiert.

Häufig niedrigere Pensionsplankosten bei Spot Rate Approach

Die Ermittlung der Verpflichtungshöhe ist in beiden Verfahren identisch, so dass die DBO bei beiden Verfahren gleich hoch bleibt. Deutliche Unterschiede zeigen sich jedoch bei den Pensionsplankosten. Die Service Cost liegen beim Spot Rate Approach – je nach Verlauf der Zinsstrukturkurve und Verpflichtungsprofil – aktuell ein etwa drei bis fünf Prozent niedriger. Für stark von Rentnern geprägte Personenbestände können aber auch Entlastungen bei den Service Cost um bis zu 8 Prozent im Vergleich zum traditionellen Verfahren resultieren. Bei den Interest Cost können durch eine Umstellung des Verfahrens verpflichtungsabhängig bis zu 25 Prozent eingespart werden.

Mit einer Umstellung auf den Spot Rate Approach wird aufgrund der unveränderten Verpflichtungshöhe folglich der GuV-Aufwand minimiert, allerdings zulasten des OCIs. Bei Bilanzierern mit hoher Deckung durch Planvermögen fallen aufgrund der IAS 19 immanenten Nettozinsbetrachtung allerdings ohnehin nur Zinskosten in geringer Höhe an. Somit ist hier auch das Einsparpotential in absoluter Höhe limitiert.

Hinweise für die Praxis

Unternehmen, die auf den Spot Rate Approach für die Ermittlung der Pensionsplankosten des Folgejahres umstellen möchten, sollten dies rechtzeitig vor dem Bewertungsstichtag planen. Die genauen Effekte einer Umstellung lassen sich unkompliziert ermitteln. Sie sollten vor der Umstellung betrachtet werden.

Ihr Kontakte

Mareike Markmann
Consulting Actuary Leader Rhein-Main

Jürgen Fodor

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