Skip to main content
Artikel | Benefits!

bAV bei M&A: Umfassende Due Diligence vermeidet Überraschungen

Erfolgsfaktoren: Risikoanalyse, zeitige Harmonisierungsplanung

Retirement|Mergers and Acquisitions
N/A

Von Thomas Kruse und Sibylle Kampschulte | 2. September 2020

Werden bAV und Benefits im M&A-Prozess priorisiert, verläuft die Post-Merger-Integration stabiler und Mitarbeiter sind zufriedener. (Studie)

Erfahrungen von Serial Acquirers (Unternehmen mit regelmäßiger M&A-Aktivität) legen nahe, dass die erfolgreiche Integration von betrieblicher Altersversorgung (bAV) und Benefits ein wesentlicher Meilenstein ist. HR-Abteilungen sollten daher in einem möglichst frühen Stadium des Deals einbezogen werden, um unliebsame Überraschungen am Tag 1 und in der Post-Merger-Phase zu vermeiden. Dies ist jedoch noch nicht überall Standard. Die Betrachtung von Kosten und Risiken von Benefits und insbesondere von Pensionsplänen sind zwar mittlerweile etablierter Teil einer Due Diligence. Aufgrund umfangreicher Schutzvorschriften in Deutschland wird der potentiellen Harmonisierung von bAV und Benefits hierbei jedoch häufig wenig Beachtung geschenkt.

Wie die Marktpraxis im Einzelnen aussieht und über welche Erfahrung Unternehmen berichten, zeigt eine aktuelle Studie von Willis Towers Watson. Hierfür wurden 45 Unternehmen aus unterschiedlichsten Branchen befragt, sowohl kleine lokale Firmen als auch große global agierende Konzerne. Die M&A-Aktivität war bei den großen Unternehmen (über 5.000 Mitarbeiter) erwartungsgemäß stärker ausgeprägt: Knapp 70 Prozent verzeichneten im Schnitt alle zwei Jahre M&A-Aktivitäten innerhalb des Konzerns.

Hohe Priorität von bAV und Benefits bei der Due Diligence führt zum Erfolg

Die Due Diligence für die Bereiche bAV und Benefits hatte für 76 Prozent der Unternehmen mindestens eine mittlere Priorität (für 42 Prozent sogar hohe Priorität). Diese Unternehmen erlebten in 87 Prozent der Fälle auch nach dem Vollzug keine Überraschungen in Bezug auf bAV und Benefits. Hier dürften neben der reinen Kostenbetrachtung zusätzliche Risikoanalysen und teilweise auch Integrations- bzw. Harmonisierungsplanungen Teil der Due Diligence gewesen sein.

Wurde hingegen die Due Diligence nur mit niedriger Priorität durchgeführt (immerhin bei 22 Prozent der befragten Unternehmen) kam es erheblich häufiger (in 43 Prozent der Fälle) zu signifikanten Diskrepanzen zwischen den durch die Due Diligence gesetzten Erwartungen und der Realität. Die auftretenden Diskrepanzen bezogen sich dabei u.a. auf eine höhere Komplexität und/oder den Umfang der bAV bzw. Benefits und damit eng verbunden stets höhere Kosten.

Post-Merger-Integration ist Standard – aber nicht so einfach

Bei 79 Prozent der Unternehmen wurden die bAV bzw. Benefits zumindest teilweise integriert (bei 41 Prozent vollständig). Die Post-Merger Integration lief bei der einen Hälfte der Unternehmen (52 Prozent) ohne Probleme ab, war jedoch bei der anderen Hälfte (45 Prozent) komplexer als gedacht. Wurden der bAV bzw. den Benefits in der Due Diligence eine mindestens mittlere Priorität beigemessen, fand auch häufiger eine Post-Merger-Integration statt (81 Prozent statt 60 Prozent). In diesen Fällen fiel die Zufriedenheit der Belegschaft (sowohl Stammbelegschaft als auch übernommene Arbeitnehmer) durchschnittlich höher aus (66 Prozent gegenüber 40 Prozent).

Einbeziehung von externen Fachexperten sorgt für Durchblick

Sofern die Due Diligence mindestens mittlere Priorität hatte, wurden in 73 Prozent der Fälle zusätzliche externe Fachexperten im Bereich bAV und Benefits engagiert. Zudem wurde in 32 Prozent dieser Fälle auch das Projektmanagement zumindest teilweise ausgelagert. In den Fällen, in denen externe Fachexperten im Bereich bAV und Benefits involviert waren, kam es fast nie (nur in 5 Prozent der Fälle) zu Diskrepanzen zwischen den Erwartungen und der Realität. Insgesamt waren alle befragten Unternehmen zufrieden mit der Arbeit der externen Fachexperten.

Die Studienergebnisse zeigen, dass den kurzfristigen Kostenersparnissen durch den Einsatz von eigenen, in dieser Phase häufig ohnehin stark belasteten Ressourcen oft genug signifikante Mehrkosten durch verkannte Risiken und Kosten der Benefits gegenüberstehen. Im Gegensatz dazu konnten solche Mehrkosten durch den Einsatz externer Fachexperten in der Regel gemindert werden.

Fazit

Die Ergebnisse der Studie bestätigen langjährige Beratungserfahrungen von Willis Towers Watson: Wird die Due Diligence für die bAV und Benefits nicht nur auf die reinen Kostenpunkte eingeschränkt, sondern die Benefits-Landschaft des Targets durch ausgewiesene Experten vertieft analysiert, unterstützt dies den Erfolg der Transaktion erheblich. Diese Analyse sollte neben der Identifizierung von eventuellen Risiken und Handlungspunkten für die „Day1-Readyness“ im Idealfall auch eine Planung der Post-Merger-Integration der Benefits einschließen. Damit können (kostspielige) Überraschungen verhindert werden und die Zufriedenheit der Mitarbeiter im Hinblick auf den Integrationsprozess ist anschließend größer.

Ihre Kontakte

Thomas Kruse
Associate Director Retirement

Sibylle Kampschulte

Contact Us

Services

Themenverwandte Lösungen