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Artikel | Benefits!

bAV-Förderbetrag für Geringverdiener erhöht

Wirkung für das volle Kalenderjahr 2020

Retirement
N/A

Von Thomas Weppler | 2. September 2020

Stärkerer Anreiz für den Aufbau einer zusätzlichen arbeitgeberfinanzierten bAV über Direktversicherung, Pensionskasse oder Pensionsfonds

Einführung der Geringverdiener-Förderung mit dem BRSG

Schon bislang kann die betriebliche Altersversorgung (bAV) für Geringverdiener steuerlich bezuschusst werden. Die Regelung, die 2018 mit dem Betriebsrentenstärkungsgesetz (BRSG) eingeführt wurde, gilt für Arbeitnehmer mit einem monatlichen Bruttoarbeitslohn bis zu 2.200 Euro, wenn für sie mindestens 240 Euro pro Kalenderjahr in eine bAV eingezahlt werden.

Der bAV-Förderbetrag beträgt pro Kalenderjahr mindestens 72 Euro (das entspricht 30 Prozent von 240 Euro) und höchstens 144 Euro (30 Prozent von 480 Euro) (§ 100 Einkommensteuergesetz – EStG). Der Arbeitgeber erhält die Förderung im Wege der Verrechnung mit der von ihm abzuführenden Lohnsteuer im Rahmen seiner Lohnsteueranmeldung (§ 100 Abs. 1 EStG).

Nach § 100 Abs. 3 Nummer 2 EStG kann der bAV-Förderbetrag nur für einen vom Arbeitgeber zusätzlich zum ohnehin geschuldeten Arbeitslohn erbrachten Beitrag zur kapitalgedeckten betrieblichen Altersversorgung an einen Pensionsfonds, eine Pensionskasse oder für eine Direktversicherung beansprucht werden.

Arbeitgeberbeiträge, die zur Erlangung des Förderbetrages nach § 100 geleistet werden, sind beim Arbeitnehmer bis zum förderfähigen Höchstbetrag von 480 Euro jährlich lohnsteuerfrei, und zwar vorrangig zur Lohnsteuerfreiheit der Beiträge nach § 3 Nr. 63 EStG (§ 100 Abs. 6 EStG).

Neu: Förderbetrag und Einkommensgrenze steigen durch Grundrentengesetz

Das Grundrentengesetz ist am 18.08.2020 im Bundesgesetzblatt verkündet worden (BGBl. I S. 1879).

Die entsprechenden Vorschriften in § 100 EStG werden wie folgt geändert:

  • Als Anreiz für den Aufbau einer zusätzlichen arbeitgeberfinanzierten bAV über den bisher förderfähigen Höchstbetrag hinaus wird der bAV-Förderbetrag von maximal 144 Euro auf maximal 288 Euro jährlich angehoben (§ 100 Abs. 2 Satz 1 EStG).
  • Es bleibt bei einer Förderung von 30 Prozent des arbeitgeberfinanzierten Beitrags. Nunmehr werden zusätzliche Arbeitgeberbeiträge bis zu maximal 960 Euro steuerlich gefördert (§ 100 Abs. 6 Satz 1 EStG).
  • Die förderfähige Einkommensgrenze steigt von 2.200 Euro auf 2.575 Euro bei einem monatlichen Lohnzahlungszeitraum (§ 100 Abs. 3 Nr. 3 EStG). Die Tages-, Wochen- und Jahreswerte sind entsprechend angepasst worden.

Die Ausweitung des Förderrahmens ist bereits am Tag nach der Verkündung des Gesetzes für das volle Jahr 2020 in Kraft getreten, also am 19.08.2020.

Hinweise für die Praxis

Die Anhebung des bAV-Förderbetrags und die erhöhten steuerfreien Arbeitgeberbeiträge werden dazu beitragen, dass die Attraktivität der vom Arbeitgeber finanzierten bAV insbesondere für Geringverdiener erhöht wird. Auch die Anhebung der monatlichen Einkommensgrenze auf 2.575 Euro ist zu begrüßen, denn regelmäßige Lohn- und Gehaltssteigerungen führen ansonsten dazu, dass Arbeitnehmer mit geringem Einkommen aus dem Kreis der Begünstigten „herauswachsen“.

Begünstigt sind Arbeitgeberbeiträge für Arbeitnehmer im ersten Dienstverhältnis. Dies gilt unabhängig davon, ob die Arbeitnehmer in der gesetzlichen Rentenversicherung pflichtversichert sind oder nicht (z.B. geringfügig Beschäftigte).

Der Arbeitgeber soll durch die staatliche Förderung motiviert werden, zusätzliche Mittel für die betriebliche Altersversorgung seiner Arbeitnehmer aufzubringen. Deshalb sind mittels Gehaltsverzicht oder -umwandlung finanzierte Beiträge oder Eigenbeteiligungen des Arbeitnehmers nicht begünstigt.

Ihr Kontakt 

Thomas Weppler
Senior Consultant

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