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MARKTspot 2020 – Die aktuelle Situation im Versicherungsmarkt

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1. Juli 2020

Das vergangene Versicherungsjahr 2019 sowie das damit verbundene Renewal für das Jahr 2020 waren erwartungsgemäß anspruchsvoll. Dies gilt für alle Beteiligten – Versicherer, Makler und die versicherungsnehmende Industrie – gleichermaßen. COVID-19 wird die Maßnahmen der Versicherer weiter verschärfen.

Versicherer präsentierten im vergangenen Renewal teilweise massive Anpassungsforderungen zu ihren Prämienkonditionen und Kapazitäten. Vermittler und Kunden, die in den vergangenen Jahren maximale Preisreduzierungen erwirkt hatten, waren hiervon ganz besonders betroffen. Bereits in den Vorjahren meldeten Versicherer insbesondere im Sachversicherungsbereich immer wieder negative Schaden-Prämien-Quoten – als Folge zeigt sich nun eine Bewegung in der gesamten nationalen und weitgehend auch internationalen Marktbreite. Im internationalen Durchschnitt erhöhten sich die Prämien um 10 bis 15 Prozent über alle Versicherungssparten. Preissteigerungen gab es insbesondere in der industriellen Sachversicherung, aber auch die Transport- und D&O-Versicherung waren davon betroffen. Letzterer galt noch bis zum letzten Jahr als klares Wachstumsfeld für viele Anbieter. Nicht nur in diesem Bereich, sondern grundsätzlich war zu erkennen, dass Versicherer ihr Portfolio neu ausrichten und bereinigen, anstatt sich auf Wachstum zu fokussieren.

Es ist anzunehmen, dass dieser Trend auch im Jahr 2020 anhält. Dabei zeigen die Optimierungsmaßnahmen der Versicherer zwar erste Wirkung, sie reichen jedoch nicht aus, um den Schalter nachhaltig auf Wachstum umzulegen. Die Einflüsse von COVID-19 auf die Versicherungsmärkte werden die Vorzeichen aus dem vergangenen Renewal zudem weiter verschärfen. Lloyds of London hat kürzlich prognostiziert, dass Versicherer durch Schäden und Verluste an den Kapitalmärkten Einbußen von mehr als 200 Mrd. USD zu erwarten haben. COVID-19 könnte damit zum größten Verlustereignis in der Versicherungsgeschichte anwachsen.

Derzeit finden Diskussionen statt, ob privatwirtschaftliche Versicherungen das geeignete Instrument zur Absicherung eines solchen Globalereignisses sind. Tendenziell zeigen sich hier erste Vorzeichen, die für eine Kombination aus staatlichen Garantien und Versicherungskapazitäten ähnlich den Modellen TRIA oder Extremus sprechen.

Handlungsbedarf für Unternehmen

Der versicherungsnehmenden Industrie ist unbedingt anzuraten, dem Versicherungs- und Risikomanagement im Jahr 2020 eine erhöhte Aufmerksamkeit zu schenken:

  • Gerade in den Bereichen der Sach-, Transport- und der D&O-Versicherung ist mit weiteren Preiserhöhungen und Kapazitätsverknappungen zu rechnen.
  • In der Haftpflicht- bzw. Rechtsschutzversicherung ergeben sich Handlungsnotwendigkeiten zu Sanktionen.
  • Aufgrund wachsender Risiken ist eine Überprüfung des Versicherungsschutzes zu Umwelt- und Cyberrisiken zu empfehlen.
  • Versicherungs- und Risikomanagement sowie Schadenverhütungsmaßnahmen gewinnen an Bedeutung.
  • Durch COVID-19 wird sich die Risikobewertung verändern. Prüfungen eines etwaigen Insolvenzrisikos und Fragestellung zur Business-Continuity-Planung rücken in den Fokus.
  • Aktuell diskutierte Ausschlüsse für das kommende Renewal zum Insolvenz- und Pandemierisiko könnten zu Reduzierung des bestehenden Versicherungsschutzes führen.

Relevante Detailinformationen zu den wesentlichen Versicherungssparten haben wir für Sie in diesem MARKTspot 2020 kompakt zusammengefasst.


Inhaltsverzeichnis


Versicherungssparten

  1. Cyber

    Der sprunghafte Anstieg krimineller Attacken auf Unternehmen führte zu kostenintensiven Schäden. Allein in Deutschland lagen diese bei mehr als 100 Mrd. Euro.


  2. D&O

    Prämienerhöhungen und Reduzierung der Versicherungskapazitäten – im D&O-Markt werden die seit Jahren diskutierten Änderungen umgesetzt. Das betrifft nicht nur schadenträchtige Verträge, sondern die gesamte Branche.


  3. Haftpflicht

    Branchen mit besonderen Exponierungen erleben das Ende der weichen Marktphase und müssen mehr Aufwand in Vertragsverhandlungen investieren.


  4. Kraftfahrt

    Die Flottenversicherung bleibt das Sorgenkind der Kraftfahrtversicherer und ist weiterhin knapp in der Verlustzone. Im Privatsegment ist die Situation mit schwarzen Zahlen deutlich entspannter.


  5. Kredit

    Die Marktsituation hat sich in der Kreditversicherung deutlich verhärtet. Zunehmende Zahlungsverzögerungen und Großinsolvenzen führen zu einem selektiven Zeichnungsverhalten der Versicherer.


  6. M&A

    Der M&A-Versicherungsmarkt wächst seit Jahren stabil und hat sich inzwischen in allen globalen M&A-Märkten etabliert. Die Corona-Krise entschleunigt spürbar das Transaktionsgeschehen, aber am M&A-Versicherungsmarkt sind Risiko-Appetit und Preise bisher stabil.


  7. Sach-/Ertragsausfall

    Eine Entspannung der Marktsituation ist nicht in Sicht. Auch wenn sich die Ertragssituation der Versicherer im vergangenen Jahr verbessert hat, wird der Druck, Portfolioverbesserungsmaßnahmen umzusetzen, weiter anhalten.


  8. Technische

    Die Beiträge zu den Technischen Versicherungen steigen tendenziell und richten sich nicht immer nach dem individuellen Risiko aus.


  9. Warentransport

    Die sich zu Beginn 2019 abzeichnende Trendwende im Bereich der Warentransportversicherung hat sich bewahrheitet: Speziell beim Zeichnungsverhalten und der Prämiengestaltung lassen sich bei nahezu allen Marktteilnehmern negative Trends erkennen.


Branchenfokus

  1. Real Estate

    Das Interesse der Versicherungswirtschaft an der Immobilienbranche ist weiterhin groß. Jedoch haben sich die entsprechenden Grundlagen wie Prämienforderungen, die Vereinbarung von Selbstbehalten oder die Risikovoraussetzungen sehr verändert.


Spezialthemen

  1. Politische Risiken

    Schwellen- und Entwicklungsländer kämpften im Jahr 2019 mit einem verlangsamten Wachstum der Wirtschaft. Ein Grund dafür sind anhaltende politische Unwägbarkeiten, die Unternehmen an Investitionen hindern.


  2. Risk & Analytics

    Der Klimawandel zählt zu einer der größten Herausforderungen der Menschheit. Frank Forster, Head of Risk & Analytics Germany, Austria and Switzerland, erklärt im Interview, wie Unternehmen Klimarisiken adäquat bewerten und absichern können.



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Fabian Desch
Deputy Head of Broking Western Europe

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