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Artikel | Benefits!

COVID-19: Folgen für betriebliche Versicherungen

Kranken-, Unfall- oder Lebensversicherungen

Global Benefits Management|Health and Benefits
COVID 19 Coronavirus

2. April 2020

Deklaration als Pandemie kann in einigen Ländern zu Deckungsausschlüssen führen. Situation für Tochtergesellschaften im Ausland prüfen.

Deklaration als Pandemie kann in einigen Ländern zu Deckungsausschlüssen führen. Situation für Tochtergesellschaften im Ausland prüfen.

Auf deutsche Unternehmen mit Tochtergesellschaften im Ausland kann die COVID-Krise weitere folgenschwere Auswirkungen haben. Seit die Weltgesundheitsorganisation COVID-19 am
11. März 2020 zur Pandemie erklärt hat, könnte dies in einigen Ländern automatisch zu Deckungsausschlüssen im Rahmen der betrieblichen Kranken-, Unfall- oder Lebensversicherungen führen.

Für die betroffenen Länder sollten Unternehmen die lokalen Bedingungen hinsichtlich derartiger Ausschlüsse genau prüfen. Für die Zukunft hilfreich ist eine zentrale Steuerung der weltweiten insured benefits, um über derartige Ausschlüsse unmittelbar informiert zu sein und diese so weit wie möglich zu verhindern. So konnte Willis Towers Watson für seine Kunden im Einzelfall in einigen Ländern die generellen Pandemie-Ausschlüsse der Versicherer abbedingen.

Im Rahmen der von Arbeitgebern aufgrund lokaler Gegebenheiten und Gesetze in vielen Ländern den Arbeitnehmern zur Verfügung gestellten Krankenversicherungen wird lokal ein sehr unterschiedlicher Service zur Verfügung gestellt, wie folgende Beispiele zeigen:

  • Spanien – Telemedizin-Angebot: Aufgrund der sehr weitgehenden Ausgangsbeschränkungen ist ein routinemäßiger Arztbesuch bzw. ein ärztlicher Ratschlag für eine nicht lebensgefährliche Erkrankung derzeit nur sehr schwer zu erlangen. Willis Towers Watson bietet für die Zeit dieser Einschränkungen seinen Kunden kostenfrei einen Telemedizin-Service an, der in Kooperation mit dem Start-up ELMA zur Verfügung gestellt wird. Somit können Mitarbeiter sich über ein Gespräch via Internet ärztlichen Rat holen oder auch Tipps zur gesunden Gestaltung der Arbeit im Homeoffice erhalten.
  • Brasilien – vorläufig geringere betriebliche Gesundheitskosten: Derzeit ist – nicht nur in Brasilien – zu beobachten, dass sich der Schadenverlauf in der betrieblichen Krankenversicherung stark verbessert, da nicht lebensnotwendige Operationen verschoben werden und routinemäßige Arztbesuche abgesagt werden. Es ist zu befürchten, dass nach dem Abflauen der derzeitigen COVID-19 bedingten Vorsichtsmaßnahmen eine verstärkte Inanspruchnahme der ärztlichen Dienstleistungen erforderlich ist. Auch bleibt abzuwarten, inwieweit sich z. B. verschobene Krebsbehandlungen negativ auf die Gesundheitsverläufe auswirken und somit langfristig die Schadenbelastung der Verträge (neben den durch COVID-19 zu erwartenden Kostenanstiegen) weiter verschlechtern.
  • USA – Verlust der Krankenversicherung bei Jobverlust: Die durch COVID-19 hervorgerufene Schließung einiger Firmen hat schon jetzt dazu geführt, dass die Arbeitslosenzahl angestiegen ist. Oft wird in den USA die Krankenversicherung über den Arbeitgeber angeboten (für mehr als die Hälfte der US Bürger hängt die Krankenversicherung direkt am Job), so dass der Verlust des Arbeitsplatzes in der Regel mit dem Verlust des Versicherungsschutzes einhergeht. Darüber hinaus hat die sogenannte „Gig Economy“ zu einer großen Population von Freiberuflern geführt, die häufig über keinerlei Krankenversicherung verfügen. Derzeit verfügen ca. 27,5 Mio. US-Einwohner über keinerlei Krankenversicherungsschutz. Zwar hat die US-Regierung jedem US-Bürger einen kostenlosen Corona Test zugesagt, die anschließende Behandlung wird jedoch nicht mehr vom Staat übernommen. Allerdings hangeln sich knapp 40 Prozent der US-Bürger von einem Gehaltscheck zum nächsten durch und haben keinerlei Rücklagen für außerordentliche Rechnung von mehr als 3.000 US-Dollar zu bezahlen, wie eine aktuelle Studie zeigt. Selbst für Mitarbeiter mit bestehendem Krankenversicherungsschutz könnte daher je nach Ausgestaltung bereits die Übernahme einer verhältnismäßig hohen Selbstbeteiligung zu finanziellen Schwierigkeiten führen. Insofern könnte ein entsprechendes Employee-Assistance-Programm hier Abhilfe schaffen.
  • Indien – COVID-19-Sonderpolicen: Auch hier hängt der Krankenversicherungsschutz vielfach am Arbeitsplatz. Ferner sind Pandemien in vielen indischen Policen ausgeschlossen. Derzeit bieten einige Versicherungen eine Sonderdeckung nur für COVID-19 im indischen Markt an, die zunächst für ein Jahr gilt und eine pauschale Deckungssumme im Krankheitsfall zur Verfügung stellt. Dies könnte eine kurzfristige Lösung für diejenigen ohne Kranken-Versicherungsschutz im Falle einer Erkrankung an COVID-19 sein, auch wenn hierzu Wartezeiten und einige Ausschlüsse bestehen.

Hinweise für die Praxis

Auch im Bereich der globalen Employee Benefits lohnt es sich, über eine (weitere) Digitalisierungsstrategie nachzudenken, damit notwendige Informationen künftig jederzeit online zur Verfügung stehen. Unternehmen sollten zudem jetzt prüfen, ob ein Pandemieausschluss für eine für die Belegschaft zur Verfügung gestellte Deckung greift. Sollte dies der Fall sein, ist unmittelbar zu prüfen, ob dieser Ausschluss abbedungen werden kann bzw. ob eine separate Deckung eingekauft werden sollte. Global oder für besonders hart betroffene Länder könnten Employee-Assistance-Programme hilfreich sein.

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