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Coronavirus: Deckungsschutz Kreditversicherung

Frequently Asked Questions (FAQs)

Risk & Analytics
COVID 19 Coronavirus

6. April 2020

Geht es um den Deckungsschutz von Kreditversicherungen im Rahmen von COVID-19, behandeln diese FAQs die wichtigsten Punkte.

Das Coronavirus stellt die Wirtschaft vor große Herausforderungen. Bei vielen Unternehmen wird zunehmend die Liquidität knapp. Da viele Kosten weiterlaufen, die Einnahmen aber ausbleiben, fehlen die finanziellen Mittel, um beispielsweise die Forderungen von Lieferanten zu bezahlen. Mit diesem FAQ liefern wir Ihnen Antworten auf häufig gestellte Fragen hinsichtlich des Deckungsschutzes von Kreditversicherungen.

Kann der Versicherungsschutz aus dem Grund abgelehnt werden, dass die Zahlungsunfähigkeit (bzw. Nichtzahlungstatbestand) eines Kunden eine Folge des Coronavirus darstellt?

Eine Kreditversicherung bietet Unternehmen Schutz vor Forderungsausfällen. Das gilt auch, wenn der Grund für die Zahlungsunfähigkeit Ihres Kunden in einer Pandemie begründet liegt. Der Corona-Ausbruch stellt nach unserer Ansicht auch keinen Ausschlussgrund wie den Eintritt einer Naturkatastrophe oder die "...Beeinträchtigung des Waren- und Zahlungsverkehrs durch Behörden oder staatliche Institutionen..." dar, weil eine solche Beeinträchtigung unmittelbar aus einem staatlichen Handeln und nicht nur mittelbar aus einer Quarantänemaßnahme resultieren müsste. Die meisten Versicherer haben diese Sichtweise bereits bestätigt.

Kann ich einen Versicherungsfall geltend machen, wenn mein Kunde im Ausland nicht mehr zahlt?

Es kommt auf das Bestehen einer Zahlungsverpflichtung an. Ob Ihr Auslandskunde trotz der Corona-Krise noch zur Zahlung verpflichtet ist, hängt maßgeblich von Ihren exportvertraglichen Vereinbarungen ab. Kann Ihr Kunde aufgrund einer im Exportvertrag stehenden Force Majeure-Klausel zum Beispiel den Vertrag kündigen, wird er auch nicht mehr zur Zahlung verpflichtet sein.

Wie verhält es sich, wenn ein Kunde die Ware nicht abnimmt, weil er seinen Betrieb wegen Covid-19 schließen muss? Besteht in diesem Fall Deckungsschutz im Rahmen der Fabrikationsrisiko-Deckung?

Voraussetzung für eine Entschädigungsleistung im Rahmen der Fabrikationsrisikodeckung ist die Insolvenz des Kunden (bzw. je nach Bedingungswerk auch das Vorliegen eines anderen Versicherungsfalls) oder die Aufhebung der auf den Kunden gezeichneten Versicherungssumme. Die Anordnung einer Betriebsschließung reicht hierfür regelmäßig nicht.

Können die Versicherer den Versicherungsschutz während der Vertragslaufzeit aussetzen oder beenden?

Ja. Die Hauptfunktion einer Warenkreditversicherung liegt in der Schadenverhütung und/oder -minimierung. Kreditversicherer können jederzeit die Deckung für bestimmte Abnehmer reduzieren oder aufheben, wenn sich deren finanzielle Situation verschlechtert. Allerdings enthalte viele Verträge mittlerweile Karenzfristen („Nachlaufdeckung“ oder „verzögerte Limitaufhebung“), die die Wirksamkeit einer Maßnahme zeitlich verzögern. In der Regel liegt die Karenzfrist bei 30 Tagen, kann aber je nach Vertrag auch kürzer oder länger sein. In jedem Fall gilt die Aufhebung oder Reduzierung erst für neue Rechnungen. Ausnahmen sind so genannte "unkündbare" Limits, bei denen Versicherungsschutz für definierte Käufer für die gesamte Vertragslaufzeit vereinbart wird. In diesen Fällen hat der Versicherer nicht das Recht, den Versicherungsschutz aufzuheben.

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Sven Krause
Head of Trade Credit

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