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Artikel

Auswirkungen von Corona auf Unternehmen und den Versicherungsschutz für deren Mitarbeiter

Welche Implikationen sollten Unternehmen bei Versicherungsprogrammen für Mitarbeiter beachten?

Health and Benefits
COVID 19 Coronavirus

23. März 2020

Viele Unternehmen stellen sich aktuell die Frage, welche Auswirkungen das Corona-Virus auf die für ihre Mitarbeiter abgeschlossenen unterschiedlichen Versicherungen hat bzw. was dies bei einem Leistungsfall bedeuten würde.

Die Health & Benefits Experten von Willis Towers Watson haben die wichtigsten Aspekte in den jeweiligen Versicherungssparten analysiert und zusammengestellt.

Auslandsreise-Krankenversicherung für kurzfristige und langfristige Auslandsdienstreisen

Bei einer Auslandsreise-Krankenversicherung übernimmt diese auch die Zahlungen für notwendige ärztliche Leistungen bei Epidemien und/oder Pandemien. Es gibt daher vom Leistungsumfang keine Einschränkungen. Allerdings hat der Versicherer oder auch deren Partner keinerlei Einfluss auf ggf. von den Gesundheitsbehörden vor Ort im Rahmen des Seuchenschutzes veranlassten Maßnahmen (z. B. Quarantäne, Ein- oder Ausreisesperren), was die Erbringung von Leistungen im Rahmen des Vertrages eventuell verhindern oder einschränken kann.

Maßnahmen zur präventiven Evakuierung von Mitarbeitern aus Risikogebieten sind kein Bestandteil der Auslandsreise-Krankenversicherung. Insofern werden hier keine Kosten aus der Auslandsreise-Krankenversicherungs-Police zur Verfügung gestellt. Versichert ist hier ausschließlich der medizinisch notwendige / sinnvolle Rücktransport wegen Krankheit oder Unfallfolge.

Expat-Krankenversicherung

Versicherungsschutz bieten weiterhin alle Expat-Krankenversicherungen, welche für die Auslandsdienstreisen der Mitarbeiter abgeschlossen wurden. Sie übernehmen die für eine Behandlung im Ausland anfallenden Kosten, die von der gesetzlichen Krankenkasse nicht gedeckt sind - und übernehmen auch die medizinische Behandlung wegen einer Coronavirus-Infektion.

Befindet sich ein Mitarbeiter beruflich bedingt im Ausland und erkrankt, steht ihm über seine Versicherung ein Rücktransport zu, wenn eine medizinische Notwendigkeit dazu besteht. Sollte dies aufgrund einer bestehenden Ein- und Ausreisesperre vorübergehend nicht möglich sein, wie derzeit in vielen chinesischen Städten der Fall ist, wird dank moderner eHealth-Lösungen (Telemedizin) eine angemessene medizinische Versorgung aus der Ferne sichergestellt.

Gesetzliche Unfallversicherung

Der Spitzenverband informiert auf seiner Homepage über viele Themen rund um das Coronavirus wie z. B.:

Unfallversicherung

Bei der Unfallversicherung basiert ein Leistungsanspruch immer auf einem Unfallereignis – ein plötzlich von außen auf den Körper wirkendes Ereignis. Somit hat das Coronavirus keine unmittelbare Auswirkung auf die Leistungen einer privaten Unfallversicherung.

Der Umstand, dass viele Unternehmen Ihre Mitarbeiter ins Homeoffice schicken, wirft aktuell Fragen zum vollumfänglichen Versicherungsschutz auf.

Es kann sein, dass ein Unfall, der in der Küche passiert, über die gesetzliche Unfallversicherung nicht versichert wäre – siehe obigen Link. Diese Lücke kann über eine Unfallversicherung auf Basis einer 24 Stundendeckung geschlossen werden.

Todesfall- / Berufsunfähigkeits-versicherung

Unter aktuellen Gesichtspunkten sind bei den meisten Lebensversicherungsunternehmen Pandemien bzw. Epidemien nicht in den Versicherungsbedingungen ausgeschlossen. Sollte daher ein Mitarbeiter auf Grund einer Corona-Infektion sterben oder berufsunfähig werden, würde in diesem Fall der Versicherungsschutz gewährleistet sein und eine Leistung erfolgen.

Beachtet werden sollte jedoch die Reisewarnung des Auswärtigen Amtes der Bundesrepublik Deutschland. Freiwilliges Bereisen der versicherten Mitarbeiter in ein Krisengebiet kann ggf. Ausschlüsse nach sich ziehen. Der Mitarbeiter, der sich bereits in einem Krisengebiet befindet, sollte daher das Krisengebiet binnen 14 Tagen nach Erlass der Reisewarnung verlassen.

Da es zu unterschiedlichen Auslegungen in den Versicherungsbedingungen einzelner Tarife der Lebensversicherungsunternehmen kommen kann, sollten diese im Einzelfall geprüft werden.

Fürsorgepflichten des Arbeitgebers

Arbeitgeber haben gegenüber ihren Arbeitnehmern eine Fürsorgepflicht. Das bedeutet, sie müssen alles dafür tun, dass Mitarbeiter ihre Arbeit gefahrlos erledigen können (§ 618 BGB). Was das in Bezug auf das Coronavirus bedeutet, ist bisher noch nicht geregelt. Sinnvoll ist es auf jeden Fall, die Mitarbeiter über die aktuelle Lage zu informieren und sie z. B. durch Schulungen und Plakate mit Informationen zum richtigen Hygieneverhalten zu versorgen.

Risikobewertung Robert-Koch Institut

Das Robert Koch-Institut erfasst kontinuierlich die aktuelle Lage, bewertet alle Informationen und schätzt das Risiko für die Bevölkerung in Deutschland ein. Auf globaler Ebene handelt es sich um eine sich sehr dynamisch entwickelnde und ernst zu nehmende Situation. Bei einem Teil der Fälle sind die Krankheitsverläufe schwer, auch tödliche Krankheitsverläufe kommen vor. Mit weiteren Fällen, Infektionsketten und Ausbrüchen muss in Deutschland gerechnet werden. Die Gefahr für die Gesundheit der Bevölkerung wird in Deutschland aktuell als mäßig eingeschätzt. Eine weltweite Ausbreitung des Erregers ist zu erwarten. Diese Einschätzung kann sich kurzfristig durch neue Erkenntnisse ändern. (Quelle: Robert Koch Institut)

Gesetzliche Krankenkassen

Gesetzliche und private Krankenversicherungen leisten bei ambulanten und stationären Behandlungen, sowie verschriebenen Medikamenten. Bei medizinischer Notwendigkeit werden Tests ebenfalls bezahlt. So gut wie alle gesetzlichen Krankenkassen informieren ihre Versicherten auf verschiedenen Kanälen (Homepage, Social-Media-Kanäle etc.) über die Erkrankung und die Maßnahmen zum Schutz vor einer Infektion. Darüber hinaus können sich die Versicherten kostenlos über eingerichtete medizinische Hotlines beraten lassen. Spezielle Hotlines der Krankenkassen finden Sie hier.

Präventionen

Mit Blick auf den voranschreitenden Ausbreitungsgrad des Coronavirus (COVID-19) möchten wir eine kurze Übersicht zu präventiven Maßnahmen geben:

  • Regelmäßig und gründlich Hände waschen
  • Hände aus dem Gesicht fernhalten
  • Bedecken von Mund und Nase beim Husten und Niesen
  • Vermeiden Sie engen Kontakt
  • Aufrechterhaltung einer guten Hygiene
  • Husten/Niesen im Ellenbogen
  • Bleiben Sie zu Hause, wenn Sie sich unwohl fühlen - seien Sie nicht der Held, der mit leichten Krankheitssymptomen auf der Arbeit auftaucht.
  • Suchen Sie medizinischen Rat. Rufen Sie Ihren medizinischen Dienstleister im Voraus an und informieren Sie ihn über kürzlich erfolgte Reisen.
  • Verfolgen Sie die WHO-Nachrichten
  • Das Tragen einer Maske wird nicht zur Vorbeugung empfohlen, es sei denn, es treten Symptome auf
Ihr Kontakt

Head of Health & Benefits
Germany/Austria

Florian Frank
Senior Director, Head of Talent and Rewards
Germany/Austria

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