Mit Hauptinhalt fortfahren
Artikel

Employee Experience: Harte Fakten statt heißer Luft

Leitfaden zur Verbesserung der Employee Experience in Ihrem Unternehmen

Talent|Total Rewards|Employee Engagement
N/A

Von Bettina Faude und Nadine Holoran-Klar | 27. April 2020

Wie sich das tägliche Arbeitserlebnis der Mitarbeitenden auf Umsatz und Gewinn eines Unternehmens auswirkt, lässt sich klar messen und managen.

Der Begriff Employee Experience (EX) wird oft mehr aus einem Bauchgefühl heraus erklärt. Es geht um die Mitarbeitenden, ihr tägliches Arbeitserlebnis und ihre Berührungspunkte mit dem Unternehmen. Tatsächlich lassen sich die Employee Experience und ihre Folgen für Umsatz und Gewinn anhand eines datenbasierten Modells klar definieren, messen und managen.

Um sich dem Thema Employee Experience zu nähern, lohnt es sich, zunächst einige grundsätzliche Themen der Arbeitswelt aufzugreifen. Mitarbeitende in einem Unternehmen arbeiten gemeinsam mit Kollegen und Führungskräften, um die gesetzten Ziele zu erreichen. Diese Ziele sollten mit der übergeordneten Vision/Mission in Zusammenhang stehen, um der Arbeit eine gewisse Sinnhaftigkeit zu verleihen. Sie leisten einen Beitrag durch ihre Arbeit und möchten diesen honoriert sehen. Diese Aspekte lassen sich zu den vier Dimensionen Sinnhaftigkeit, People, Arbeit und Total Rewards zusammenfassen.

Als Arbeitgeber hochgeschätzt…

Aber worauf kommt es wirklich an? Was macht tatsächlich einen Unterschied? Diese Fragen lassen sich anhand klarer Daten beantworten. Jedes Jahr befragt Willis Towers Watson mehr als 500 Unternehmen weltweit, und sammelt dadurch fast 10 Millionen Mitarbeitermeinungen. Darunter befinden sich jedes Jahr ca. 30 sogenannte High-Performance-Unternehmen, die sich anhand von zwei Kriterien auszeichnen: Zum einen weisen sie über einen Dreijahreszeitraum ein signifikant besseres Unternehmensergebnis auf als die Branche (gemessen anhand verschiedener finanzieller Kennzahlen). Zum anderen werden sie von ihren Mitarbeitenden besonders gut beurteilt. Vergleicht man die Mitarbeitermeinungen innerhalb der High-Performance-Unternehmen mit dem globalen Durchschnitt, werden die Unterscheidungsmerkmale einer High Performance Employee Experience (HPEX) erkennbar. Diese lassen sich in drei Kategorien zusammenfassen

01

Grundlagen

Eine effiziente Organisation mit klaren Strukturen, ein gutes Verständnis vom eigenen Tun, eine faire Vergütung sowie die Unterstützung durch die Führungskräfte bilden das Fundament für eine gute Employee Experience. Allerdings differenzieren diese Aspekte kaum zwischen den Unternehmen, da die meisten diese bereits etabliert haben.

 

02

Kernpunkte

In der Einbindung, in Einfluss und Gestaltungsmöglichkeiten ihrer Mitarbeiter, der Weiterentwicklung ihrer Fähigkeiten, der Inklusion und einer guten Zusammenarbeit heben sich High-Performance-Unternehmen vom globalen Durchschnitt ab.

 

03

Exzellenz

Bei den Merkmalen, welche die Haltung der Mitarbeiter im Unternehmen beschreiben, wie Inspiration, persönliches Wachstum und Vertrauen, stechen High-Performance-Unternehmen deutlich hervor. Dies gilt auch für den Aspekt, die Kundenbedürfnisse zu verstehen und diese direkt in die Arbeit einfließen zu lassen im Sinne von kleineren und größeren Transformationen. 

Zusammengefasst entsteht so ein Modell, das die Elemente für eine High Performance Employee Experience (HPEX) anhand von drei Ebenen und insgesamt 12 Faktoren definiert. Diese einfache Matrix beschreibt so die wesentlichen Stellschrauben für eine gute Employee Experience. Dabei ist zu beachten, dass die drei Ebenen nicht aufeinander aufbauen, d.h. das nicht erst die unterste Ebene erfüllt sein muss, bevor man zur nächsten gelangen kann. Alle Elemente sind wichtig für eine gute Employee Experience, aber um wirklich einen Unterschied zu machen, sollten Unternehmen vor allem an den Exzellenz-Themen arbeiten.

Im Branchenvergleich deutlich profitabler

Wie relevant ist die Employee Experience nun für das Unternehmensergebnis? Um diese Frage zu beantworten, wurden die Daten von 120 Unternehmen untersucht und die Employee Experience sowie weitere finanzielle Kennzahlen analysiert. Eine umfangreiche Linkage-Studie zeigte, dass es eine enge Verknüpfung zwischen einer positiven Employee Experience und nachhaltigem finanziellen Unternehmenserfolg gibt. Demnach sind Unternehmen mit einer positiven Employee Experience ihrer Branche hinsichtlich Rendite, Gewinnmarge und Umsatzsteigerung um bis zu vier Prozentpunkte voraus, während Unternehmen mit einer schwachen Employee Experience dem Branchendurchschnitt um bis zu sieben Prozentpunkte hinterherhinken.

Employee Experience gestalten!

Damit rückt die Employee Experience als wesentlicher Baustein für eine gute und nachhaltige Unternehmensleistung auf die Management-Agenda. Unternehmen, die das Thema nun anpacken wollen, sollten idealerweise in zwei Schritten vorgehen:
1. Situationsanalyse: Zunächst gilt es, sich einen Überblick über die Employee Experience im Unternehmen zu verschaffen und die Ergebnisse greifbar zu machen. Dabei kann die Erstellung einer EX-Scorecard basierend auf dem HPEX-Modell hilfreich sein. Als Ergebnis einer kurzen Befragung oder basierend auf der Analyse bestehender Daten erhält man eine einfache Matrix, welche die Resultate auf einen Blick zeigt. 

Um die Ergebnisse richtig einordnen zu können, sollte man zusätzlich auch die individuelle Situation des Unternehmens berücksichtigen. Das jeweilige Geschäftsmodell sowie die strategische Ausrichtung sind essentiell, um passende Schwerpunkte für die Gestaltung der EX setzen zu können – für aktuelle sowie zukünftige Mitarbeitende.

Ihre Kontakte

Director Talent Management & Organizational Alignment, Talent & Rewards

Director Employee Insights, Talent & Rewards

Related content tags, list of links Artikel Talent Total Rewards Employee Engagement Deutschland

Themenverwandte Lösungen

Contact Us