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Mit der bAV begeistern

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Dezember 2018

Eine bedarfsgerechte bAV bietet Mitarbeitern und Unternehmen enorme Chancen. Um diese Chancen auch richtig zu nutzen, sollte die bAV Begeisterung wecken. Und dafür kann noch einiges getan werden.

Argumentativer Druck bringt wenig

Die betriebliche Altersversorgung ist zwar etabliert, jedoch nicht etabliert genug: Von allen Mitarbeitern, die über eine bAV verfügen könnten, haben 57 Prozent aktuell auch eine. 43 Prozent sind also gewissermaßen noch nicht durch das Tor in die Welt der bAV eingetreten.

Doch warum hat ein großer Teil der Mitarbeiter noch keine bAV? Es liegt neben fehlendem Wissen, Interesse oder finanziellen Möglichkeiten wohl auch daran, dass noch zu wenig Begeisterung für die bAV geweckt wird. So wird argumentativ meist Druck ausgeübt. Die bekannten und kaum begeisternden Schlagworte in Richtung Arbeitnehmer lauten: „Altersarmut bekämpfen“ oder „Versorgungslücke verringern“ und in Richtung Arbeitgeber „Gesetze einhalten“ und „den Krieg um Talente gewinnen“.

Positive Appelle sind attraktiver

Druck hilft hier jedoch nur bedingt. Deutlich attraktiver ist es, mit positiven Appellen auf die Seite der bAV zu locken, also den Mitarbeitern zuzurufen „Steigert euren Wohlstand im Alter“ und „Nutzt die Fördermittel“ und den Arbeitgebern zu sagen „Bringt eure soziale Verantwortung zum Ausdruck“ und „Profiliert euch als attraktive Arbeitgeber“. 

Es geht also um das Thema Motivation und um Psychologie. Bekannt ist hier eine klassische psychologische Theorie: die „Maslowsche Bedürfnispyramide“. Sie beschreibt und erklärt, wie unsere menschlichen Bedürfnisse und Motive hierarchisch aufeinander aufbauen.

Die Entwicklungsstufen der bAV frei nach Maslow

Übertragen wir diese Pyramide doch einfach mal in die bAV-Welt. Vielleicht gewinnen wir so die eine oder andere Idee, um für die bAV zu begeistern. Wie sieht die „bAV-Bedürfnispyramide“ mit Blick auf Unternehmen und Mitarbeiter also aus?

Existenz: Auf der untersten Stufe geht es um die Existenz. Für Unternehmen bedeutet das: Sie entscheiden sich entweder dafür, eine bAV ins Leben zu rufen. Oder die heute Verantwortlichen finden eine bAV vor, die bereits seit Längerem existiert. Und für die Mitarbeiter bedeutet diese Stufe: Im Unternehmen gibt es eine wie auch immer gestaltete bAV.

Sicherheit: Auf der nächsten Stufe geht es um das Thema „Sicherheit“. Die bAV soll nicht einfach nur da, sondern auch sicher sein. Unternehmen wollen ihre Risiken kennen und beherrschen. Und den Mitarbeitern ist es wichtig, dass ihnen die Höhe der bAV Sicherheit bietet, alle relevanten Risikofälle abgedeckt sind und sie sich sicher sein können, in den Genuss der zugesagten Leistungen zu kommen.

Soziale Bedürfnisse: Existiert die bAV und ist sie sicher, kommt die Gemeinschaft ins Spiel. Für Unternehmen geht es um die personalpolitische Wirksamkeit der bAV: Sie soll helfen, Mitarbeiter zu gewinnen und zu binden und die Trennung von älteren Mitarbeitern, die gut versorgt sind, leichter machen. Und Mitarbeiter wollen sich mit der Partizipation an „unserer bAV“ als Teil des Ganzen fühlen.

Wertschätzung: Auf der nächsten Stufe geht es um Wertschätzung. Für Unternehmen bedeutet das, die bAV als unverkennbares Merkmal in ihr Employer Branding zu integrieren, um so als Arbeitgeber positiv wahrgenommen zu werden. Und Mitarbeiter sehen sich geschätzt, wenn die bAV transparent und flexibel auf ihre individuellen Bedürfnisse zugeschnitten ist.

Selbstverwirklichung: Sind alle grundlegenden Bedürfnisse erfüllt, entsteht der Wunsch, sich zu verwirklichen. Unternehmen können dies mit einer bAV, die ihrem Selbstbild als sozialer und engagierter Arbeitgeber entspricht. Und Mitarbeitern bietet die bAV die Mittel, um ihr Leben im Alter besser zu gestalten.

Eine bedarfsgerechte bAV wird geschätzt und zahlt sich aus

Soweit ein paar lockere Gedanken dazu, welche Bedürfnisse die bAV erfüllen kann. Bei der Gestaltung der bAV helfen jedoch vor allem klare Fakten weiter. Die hat Willis Towers Watson mit dem „Global Benefits Attitudes Survey 2017/2018“ geliefert. Und die Ergebnisse passen gut zu der skizzierten Bedürfnispyramide.

Was wollen die Mitarbeiter von der bAV? Unsere Studie zeigt hier folgendes Bild:

  • 78 Prozent der Mitarbeiter wollen Sicherheit,
  • 72 Prozent Flexibilität,
  • 46 Prozent eine individuelle Beratung
  • und 75 Prozent begrüßen Opting-Out-Modelle.

Und was kann eine bedarfsgerechte bAV bewirken? Wer eine solche bAV bietet, gewinnt im Vergleich zu anderen Unternehmen laut Studie folgende Vorteile:

  • eine 50 Prozent stärkere Bindungswirkung,
  • 56 Prozent mehr Mitarbeiter, die stolz auf ihren Arbeitgeber sind,
  • 29 Prozent mehr Mitarbeiter, die sich für den Erfolg ihres Arbeitgebers stärker einsetzen
  • und eine um 51 Prozent höhere Bereitschaft, ein Unternehmen als guten Arbeitgeber zu empfehlen.

Und was begeistert die bAV-Profis?

Aber was ist mit den bAV-Profis, die sich jeden Tag für eine erfolgreiche Altersversorgung engagieren? Was kann die bAV-Community begeistern? Da gibt es eine ganze Menge – zum Beispiel die Größe und Bedeutung des Themas: In Deutschland reden wir über 20,4 Mio. aktive bAV-Anwartschaften und bald 600 Mrd. Euro Deckungsmittel. Die bAV hat enorme gesellschaftliche und soziale bzw. ökonomische Relevanz, die Beschäftigung damit ist somit durchaus sinnstiftend.

Von ihrem allgemeinen Gewicht abgesehen, begeistern im Tagesgeschäft auch andere Dinge: wenn das Leben weniger kompliziert wird und die Prozesse reibungslos laufen, die Datenqualität stimmt und die Risiken beherrscht werden oder wenn sich Gestaltungskraft auszahlt, das Plandesign intelligent, die Technik up to date ist oder die Kommunikation überzeugt und emotional bewegt.

Und Begeisterung stellt sich bei bAV-Profis vor allem ein, wenn die Mitarbeiter happy sind und sich das Management entspannt zurücklehnen kann, weil es sieht: Alles im grünen Bereich. Denn dann können die bAV-Profis sagen: Ja, wir haben einen guten Job gemacht!

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