Pressemitteilung

Weltweite Pensionsvermögen erreichen 2017 Höchststand

Global Pension Assets Study von Willis Towers Watson 2017

5. Februar 2018
| Schweiz

ZURICH, 04. April 2018 – Laut der jährlichen Global Pension Assets Study sind 2017 die weltweiten Pensionsvermögen um USD 4,8 Billionen gestiegen. Zudem wuchs das Vermögen von Schweizer Vorsorgeeinrichtungen im vergangenen Jahrzehnt jährlich um 3,8% (gemessen in CHF). Damit belaufen sich die Vermögen von Schweizer Vorsorgeeinrichtungen neu auf 133% des BIP (2007: 112%). An den weltweiten Pensionsvermögen hat die Schweiz einen Anteil von etwas mehr als 2%.

Die neuesten Daten der vom Thinking Ahead Institute durchgeführten Global Pension Assets Study zeigen, dass die weltweiten institutionellen Pensionsvermögen in den 22 grössten Pensionsmärkten per Ende 2017 auf USD 41,3 Billionen gestiegen sind. Damit erreichten sie einen neuen Höchststand seit Beginn der Studie im Jahr 1997. Die Vermögenswerte wuchsen 2017 um insgesamt USD 4,8 Billionen (+13%). Noch nie zuvor war in den vergangenen 20 Jahren das Wachstum (gemessen in USD) in einem einzigen Jahr so hoch.

Stabiles Wachstum in der Schweiz

Aus dem Bericht geht zudem hervor, dass das Vermögen der Vorsorgeeinrichtungen in den vergangenen 20 Jahren stetig gewachsen ist und zwar um durchschnittlich 6,2% pro Jahr (in USD). Unter den Schweizer Vorsorgeeinrichtungen fällt das jährliche Wachstum mit 5,8% etwas niedriger aus.

Stephan Wildner, Leiter Retirement bei Willis Towers Watson Schweiz, sagt: «Die kurzfristigen Daten sind positiv. Allerdings sind sie auf ungewöhnlich hohe Marktrenditen zurückzuführen. Wenn wir auf die letzten 20 Jahre zurückblicken, sind die Entwicklungen ermutigend. Dies gilt insbesondere für die sich verbessernden Pensionsvermögen im Verhältnis zum BIP sowie für den Fortschritt, der sich im Bereich der Führung und Aufsicht von Vorsorgeeinrichtungen (sogenannte Governance) ergeben hat. Diesem Bereich messen die Stiftungsräte heute eine höhere Bedeutung bei, was zweifellos in einer deutlich stärkeren Governance resultiert.»

Ferner ist gemäss der Studie in den letzten 20 Jahren die Heimatorientierung (sogenannte Home Bias) der Vorsorgeeinrichtungen im Bereich der Aktien gesunken: von 68,7% im Jahr 1998 auf 41,1% im Jahr 2017. In den vergangenen zehn Jahren hatte der US-Pensionsmarkt die höchste Allokation in inländischen Aktien, während in den Märkten Kanada, Schweiz und Grossbritannien der heimische Aktienmarkt die kleinste Allokation darstellte.

Weitere Highlights der studie 2017 (für P22*)

  • Die USA sind mit 61,4% weiterhin der grösste Markt in puncto Pensionsvermögen, gefolgt von Grossbritannien (7,5%), Japan (7,4%) und der Schweiz auf dem siebten Platz (2,2%).
  • Per Ende 2017 betrug das Verhältnis der gesamten Pensionsvermögen zum BIP 67%.
  • In den Niederlanden ist das Verhältnis der Pensionsvermögen zum BIP nach wie vor am höchsten (194%), in Australien am zweithöchsten (138%) und in der Schweiz am dritthöchsten (133%).
  • Die jährliche Wachstumsrate (CAGR) liegt für einen Zeitraum von zehn Jahren (gemessen in USD) bei durchschnittlich 4,2% (5,3% für die Schweiz bzw. 3,8% in CHF).
  • Lediglich in vier Ländern, einschliesslich der Schweiz, erhöhte sich der Anteil der Gesamtvermögen der Vorsorgeeinrichtungen.

Michael Valentine, Investment Consultant bei Willis Towers Watson Schweiz, ergänzt: «Das Risikomanagement und die Diversifikation stellen für die Vermögensinhaber (sogenannte Asset Owner) weiterhin wesentliche Schwerpunkte dar. Davon zeugt der unaufhaltsame Anstieg der Anlagen in nicht börsenkotierte Vermögenswerte seit Beginn der Studie. Die betreffende Allokation stieg von gerade einmal 4% im Jahr 1997 auf heute rund 20%. Unser Verständnis dieser Anlageklassen hat sich im Laufe der Zeit enorm verbessert. Entsprechend gibt es mittlerweile immer raffiniertere Strategien, die eine bessere Diversifikation als die herkömmlichen Methoden ermöglichen.»

«Die Vorsorgeeinrichtungen stehen vor komplexen Herausforderungen. Unsere Analysen zeigen, dass Pensionskassen mehrere wichtige Themen angehen müssen: etwa die Regulierung, Veränderungen im Anlageuniversum, neue Anlagemethoden oder die Art und Weise, wie die Entwicklung und der Erfolg eines Vorsorgeplans gemessen wird. Allmählich müssen sie sich auch Gedanken machen über eine echte Integration von ESG-Kriterien sowie verantwortungsvolles und nachhaltiges Handeln im Rahmen der Anlagestrategien. Fonds schenken Nachhaltigkeitsthemen heute vermehrt Beachtung und sie sind sich dem ökologischen Fussabdruck, den sie hinterlassen, immer mehr bewusst. Der Wandel, der sich vollzieht (Stichwort Fiduciary Capitalism), dürfte einen positiven stabilisierenden Effekt auf das globale Finanzsystem haben», so Michael Valentine.

Asset-Allokation für die P7*

  • Das Engagement der P7-Länder in Aktien ist in den letzten 20 Jahren insgesamt um 11 Prozentpunkte gesunken (von 57% auf 46%).
  • Auch das Engagement in Anleihen ist in diesen Ländern im gleichen Zeitraum zurückgegangen: von 35% (1997) auf 27% (2017).
  • In der Schweiz ist die Verteilung der Vermögenswerte am ausgeglichensten: Das Engagement in Aktien, Anleihen und anderen Vermögenswerten (in erster Linie Immobilien) ist ungefähr gleich hoch.
  • Zudem ist in der Schweiz im Vergleich zu den anderen P7-Ländern das Engagement in ausländischen Vermögenswerten prozentual am höchsten. Dies kann zum Teil durch das Negativzinsumfeld erklärt werden.
  • Die von den 100 grössten alternativen Vermögensverwaltern verwalteten Pensionsvermögen stiegen 2017 auf USD 1‘612 Milliarden. Das geht aus der Global Alternatives Survey von Willis Towers Watson hervor.

* Hinweise für Redaktionen

  • P22 bezeichnet die 22 grössten Pensionsmärkte, die von der Studie abgedeckt werden: Australien, Brasilien, Chile, China, Deutschland, Finnland, Frankreich, Grossbritannien, Hongkong, Indien, Irland, Italien, Japan, Kanada, Malaysia, Mexiko, Niederlande, Schweiz, Südafrika, Südkorea, Spanien und USA.
  • P7 wiederum ist die Bezeichnung für die sieben grössten Pensionsmärkte (darunter fallen 91,7% des gesamten Pensionsvermögens, das Gegenstand der Studie ist): Australien, Grossbritannien, Japan, Kanada, Niederlande, Schweiz und USA.
  • Bei den angegebenen Daten handelt es sich um gerundete Zahlen. Die Daten für 2017 sind Schätzungen.
  • Sämtliche Jahrzahlen beziehen sich auf den Stand per Ende des betreffenden Kalenderjahrs.

Über das Thinking Ahead Institute

Das Thinking Ahead Institute ist eine globale gemeinnützige Mitgliedsorganisation, die in der Anlagewelt einen Wandel zugunsten der Sparer herbeiführen will. Zu den Mitgliedern des Institute gehören Asset Owner, Investmentmanager und andere Gruppen, die motiviert sind, die Branche zum Wohl der Sparer weltweit zu beeinflussen. Die Organisation ging aus der Thinking Ahead Group von Willis Towers Watson Investments hervor.