Pressemitteilung

Fortsetzung des positiven Trends für Positionen der Unternehmensbilanzen

Willis Towers Watson Swiss Pension Finance Watch - 4. Quartal 2017

17. Januar 2018
| Schweiz

ZÜRICH, 17. Januar 2018 – Die Bilanzen der Schweizer Unternehmen haben sich im letzten Quartal 2017 weiter verbessert. Die Diskontierungssätze sanken gegenüber Ende September 2017 um rund 3 Basispunkte (Bp.) und die Anlagerenditen fielen im vierten Quartal positiv aus. Insgesamt stieg der Deckungsgrad (d.h. das Verhältnis von Pensionsvermögen zu Pensionsverpflichtungen) um rund 1,5 Prozentpunkte, wie aus dem Willis Towers Watson Pension Index hervorgeht. Er kletterte von 102,5% per 30. September 2017 auf 104,0% per 31. Dezember 2017.

Der Pensionskassenindex wird vierteljährlich von Willis Towers Watson in deren Swiss Pension Finance Watch veröffentlicht und basiert auf dem International Accounting Standard 19 (IAS 19). Der Index stellt die quartalsweise Entwicklung des Ausfinanzierungsgrads unter IAS 19 dar, statt den sonst typischen Deckungsgrad der schweizerischen Vorsorgepläne anzugeben.

Aufwärtstrend setzt sich im vierten Quartal 2017 fort

Dank der positiven Anlagerenditen im vierten Quartal setzten die Pensionspositionen in den Bilanzen der Schweizer Unternehmen ihren steilen und nachhaltigen Anstieg von den niedrigen Ständen um die Jahresmitte 2016 fort. Im Kalenderjahr 2017 blieben die Renditen von Schweizer Unternehmensanleihen seit dem Abschlussstichtag der Unternehmen am 31. Dezember 2016 weitgehend unverändert.

Adam Casey, Senior Consultant bei Willis Towers Watson, rät: «Unternehmen sollten Massnahmen zum Risikoabbau bei den Pensionspositionen in Erwägung ziehen, da sich die Bilanzniveaus gemäss IAS 19 fast auf 10-Jahres-Höchstständen befinden. Dies lässt sich leichter durchführen, wenn sich die Pensionskassen in einer besseren Finanzierungsposition befinden.»

Von Oktober bis Dezember gingen die Anleihenrenditen gegenüber dem Ende des Vorquartals um rund 12 Bp. zurück. Damit nahmen die Pensionsverpflichtungen um 0,8% zu. Im vierten Quartal hatte die positive Anlagerendite die bedeutendste Auswirkung auf den Pensionsindex, wobei der Nettoeffekt positiv war. Die Rendite der von den Schweizer Pensionskassen üblicherweise gehaltenen Anlageklassen lag um 2,3% höher als im Vorquartal (gemäss BVG-40 plus Index von Pictet). Damit lag die Rendite für das Kalenderjahr 2017 bei sehr soliden 7,6%.

«Diese positive Entwicklung war auch in den statutarischen Bilanzen der meisten Pensionskassen zu beobachten. Sie dürften über mehr Handlungsspielraum verfügen als vor zwei oder drei Jahren und sollten dies jetzt nutzen», bemerkt Samuel Neukomm, Pensionskassenexperte bei Willis Towers Watson in Zürich.

Fünf Empfehlungen für Anleger

«Nach einer weiteren soliden Quartalsrendite für Schweizer Pensionskassen ist es wichtig, die Hauptursachen für diese nachhaltigen Kursgewinne zu betrachten. Dazu zählen die beispiellosen Liquiditätsspritzen der Zentralbanken und der in den letzten Jahren zu beobachtende Zinsrückgang», so Michael Valentine, Investment Consultant bei Willis Towers Watson in Zürich. Er rät: «Vor diesem Hintergrund empfehlen wir, dass Anleger (1) die Abwärts- und Aufwärtsrisiken des Portfolios verstehen; (2) im Laufe der Zeit stufenweise strategische Risikoanpassungen vornehmen; (3) diversifizieren; (4) ein gewisses Mass an Liquidität aufrechterhalten, um neue Anlagechancen nutzen zu können, wenn am Markt bedeutende Über-/Unterschreitungen auftreten, und (5) eine aktive Verwaltung in Betracht ziehen.»

Willis Towers Watson pension index - Switzerland

Chart showing Willis Towers Watson pension index - Switzerland 

Hintergrundinformationen zur Studie

Der Swiss Pension Finance Watch untersucht vierteljährlich die Auswirkungen von Kapitalmarktentwicklungen auf die Finanzierung von Vorsorgeplänen in der Schweiz. Die Studie ist Teil des Global Pension Finance Watch von Willis Towers Watson, dessen Ergebnisse für die wichtigsten Pensionsmärkte der Welt bis ins Jahr 2000 zurückgehen. Die Studienergebnisse werden vierteljährlich veröffentlicht. Der Schwerpunkt liegt auf dem Anlagevermögen und den Verpflichtungen. Der Bericht deckt Vorsorgepläne in Brasilien, Kanada, der Eurozone, Japan, der Schweiz, Grossbritannien und den USA ab.

Die Auswirkungen der Kapitalmärkte auf diese Vorsorgepläne betreffen zwei Bereiche:

  • Auswirkungen der Anlageperformance auf das Planvermögen
  • Folgen von wirtschaftlichen Annahmen auf die Pensionsverpflichtungen (gemäss International Accounting Standards)

Dem Modell von Willis Towers Watson liegt ein Benchmark-Pensionsplan zugrunde, der die Pensionsverpflichtungen und das Planvermögen (inkl. Vermögensmix) darstellt, die typischerweise im jeweils betrachteten Pensionsmarkt vorkommen. Anhand der Auswirkungen von Kapitalmarktentwicklungen auf das Vermögen und die Verpflichtungen wird ein Pension Index erstellt. Dieser bildet die Veränderungen im Ausfinanzierungsgrad des Benchmark-Pensionsplans ab.