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Pressemitteilung

Finanzielles Wohlbefinden - 4 von 10 Arbeitnehmenden leben in der Schweiz von Lohn- zu Lohnzahlung

Global Benefits Attitudes Survey – Financial Wellbeing

Health and Benefits|Retirement
N/A

18. Mai 2020

Zürich, 18. Mai - Laut einer Umfrage von Willis Towers Watson leben vier von zehn Arbeitnehmende von Lohn- zu Lohnzahlung, viele überziehen regelmässig ihr Budget. Dies fordert Arbeitnehmende und Arbeitgeber gleichermassen, denn die langfristigen Konsequenzen eines eingeschränkten finanziellen Wohlbefindens beeinflussen Gesundheit, Leistung als auch die Sparbeiträge fürs Alter. In der aktuellen Situation rund um Covid-19 sind diese Resultate umso relevanter. Denn es ist zu erwarten, dass sich die finanzielle Situation für Arbeitnehmer aufgrund der wirtschaftlichen Folgen weiter verschärfen wird.

Dass vier von zehn Arbeitnehmende nicht genug Ersparnisse haben, um länger als einen Monat die Ausgaben decken zu können, ist ein erschreckendes Bild”

Adam Casey,
Direktor Willis Towers Watson, Schweiz.

Vier von zehn - Nur so viele Schweizer Arbeitnehmende haben ihre Ausgaben gut unter Kontrolle und müssen dank ihren Ersparnissen nicht von Lohn- zu Lohnzahlung leben. Weitere zwei von zehn Arbeitnehmenden haben zwar Ersparnisse, haben aber Mühe, ihre Ausgaben zu kontrollieren. Die restlichen vier leben von Lohn- zu Lohnzahlung. «Dass vier von zehn Arbeitnehmende nicht genug Ersparnisse haben, um länger als einen Monat die Ausgaben decken zu können, ist ein erschreckendes Bild», fasst Adam Casey, Direktor bei Willis Towers Watson in Zürich, zusammen. «Vor allem betroffen sind Personen der Generation Y, frisch geschiedene oder kranke Menschen», erklärt Adam Casey. Wie die aktuelle Global Benefits Attitudes Studie von Willis Towers Watson auch zeigt, sind in den USA oder im Vereinigten Königreich diese Werte ähnlich hoch.

Arbeitnehmende und ihre finanzielle Situation
Abb.: Arbeitnehmende und ihre finanzielle Situation
  • Grün:

    Vier von zehn Arbeitnehmende haben ihre Ausgaben gut unter Kontrolle und verfügen über Ersparnisse. Sie leben nicht von Lohn- zu Lohnzahlung.

  • Blau:

    Zwei von zehn verfügen zwar über Ersparnisse, haben jedoch Mühe, ihre Ausgaben zu kontrollieren. Sie leben nicht von Lohn- zu Lohnzahlung.

  • Pink:

    Zwei von zehn können ihre Ausgaben kontrollieren, leben aber von Lohn- zu Lohnzahlung

  • Violett:

    Zwei von zehn haben Mühe, ihre Ausgaben zu kontrollieren und leben von Lohn- zu Lohnzahlung.

Geldsorgen führen zu vielschichtigen Folgen

Als Folge der finanziellen Probleme werden Arbeitnehmende deutlich häufiger krank. Doch für den Arbeitgeber hat dies noch mehr Konsequenzen. Rund ein Drittel der Personen der Kategorie Violett gibt an, bei der Arbeit aufgrund der Geldsorgen nicht die Bestleistung geben zu können und regelmässig mit den Gedanken abwesend zu sein. Bei den Personen der Kategorien Pink und Blau liegt der Anteil bei etwa 12%, bei der Kategorie Grün lediglich 5%. In Zahlen ausgedrückt bedeutet dies, dass dem Arbeitgeber für Arbeitnehmende der Kategorie Violett pro Jahr etwa 8.6 Tage an Krankheitstagen und 19.7 Tagen an Unkonzentriertheit verloren geht. Bei den übrigen drei Kategorien liegen diese Werte bei etwa 5.0 und 12.5 Tagen. Ebenfalls spürbar für den Arbeitgeber ist eine tiefe Loyalität bei den Mitarbeitenden mit den grössten Sorgen (Kategorie Violett). Selbst bei kleineren Lohnerhöhungen von fünf bis zehn Prozent würden mehr als die Hälfte dieser Personen den Arbeitgeber wechseln. Bei den übrigen Arbeitnehmenden ist dies unter einem Drittel.

Unkonzentriertheit und Krankheit in Tagen
Abb.: Unkonzentriertheit und Krankheit in Tagen

Unterstützung in der Finanzplanung

Doch was kann der Arbeitgeber tun? «Da der Arbeitgeber direkt vom finanziellen Wohlbefinden seiner Angestellten betroffen ist, sollte er über Unterstützungsangebote nachdenken.

Rund 45% der Arbeitnehmenden wünschen sich Unterstützung in Form eines Finanztools, mit dem sie ihre Ein- und Ausgaben besser unter Kontrolle haben”

Adam Casey,
Direktor Willis Towers Watson, Schweiz.

Rund 45% der Arbeitnehmenden wünschen sich Unterstützung in Form eines Finanztools, mit dem sie ihre Ein- und Ausgaben besser unter Kontrolle haben», fasst Adam Casey die Bedürfnisse der Mitarbeitenden zusammen. Erstaunlicherweise wird dies in der Schweiz von allen Altersgenerationen gewünscht, während es im Ausland eher die Jungen sind.

Gemäss der Studie Benefit Trends Survey 2019 von Willis Towers Watson, die Arbeitgeber nach ihren Prioritäten in Bezug auf die angebotenen Leistungen fragte, zeigt sich, dass diese Bedürfnisse wahrgenommen werden: Arbeitgeber möchten vermehrt Hilfsmittel für die Verbesserung der finanziellen Situation der Arbeitnehmenden zur Verfügung stellen. Externe Unterstützung durch Beratungen, welche die Anliegen und Beratung der Arbeitnehmenden anonym behandeln, ist hierfür empfehlenswert. Mit seinem Arbeitgeber über finanzielle Probleme zu sprechen, ist eher unüblich und mit Hemmschwellen verbunden. Es ist deshalb umso wichtiger, dass der Arbeitgeber nicht erfährt, welcher seiner Arbeitnehmenden die Dienstleistung in Anspruch nimmt.

Variable Sparmöglichkeiten

Langfristig anhaltende finanzielle Engpässe haben bis in die Pensionierung Folgen für die Arbeitnehmenden. Laut der Umfrage sparen die vier Gruppen nur 6% (Violett), 7% (Pink), 8% (Blau) respektive 10% (Grün) ihres Salärs für die künftige Pensionierung. Darin eingeschlossen sind auch Sparbeiträge an die Pensionskasse. Da aber über zwei Drittel der Arbeitnehmenden ein mangelndes Vertrauen in das aktuelle Sozialversicherungssystem haben, würden sie gerne mehr fürs Alter sparen. «Im Schnitt sparen Mitarbeitende 8% ihres Salärs für die Pensionierung, würden dies aber im Idealfall gerne auf 13% erhöhen», erklärt Adam Casey.

60% der Befragten geben an, dass sie mehr sparen sollten fürs Alter. Dieser Wert ist vergleichbar mit jenem aus dem Vereinigten Königreich, dort hat sich dieser Wert um 13 Prozentpunkte erhöht seit 2013.

Es ist nicht erstaunlich, dass bei Personen ab 50 Jahren das Alterssparen die höchste Priorität bei finanziellen Themen hat. Überraschend ist, dass selbst bei jedem dritten jüngeren Arbeitnehmenden das Alterssparen auf den Top 3 der finanziellen Themen steht. Es machen sich bereits heute viele junge Arbeitnehmende Gedanken, wie ihre Altersleistungen aussehen werden. Nur ein Drittel aller Befragten gibt an, dass der Arbeitgeber eine zufriedenstellende Auswahl an Vorsorgeleistungen gibt. «Wer seinen Mitarbeitenden eine den individuellen Möglichkeiten entsprechende Auswahl anbietet, positioniert sich als attraktiver Arbeitgeber. Flexible Lösungen erlauben es dem Mitarbeitenden je nach finanziellen Möglichkeiten, die Sparbeiträge jährlich zu variieren», sagt Adam Casey. In der vorher angesprochenen Arbeitgeberumfrage geben zwei Drittel der Unternehmen an, dass es für sie die grösste Herausforderung ist, die individuellen Bedürfnisse der Arbeitnehmenden zufriedenzustellen. Mögliche Hürden sehen sie in einer kontinuierlichen Kommunikation und ausreichenden Erklärungen für die Planmöglichkeiten.

Der initiale Aufwand hierfür lohnt sich allerdings, da die Zufriedenheit der Arbeitnehmenden gesteigert werden kann. Durch die Bereitstellung von Finanztools und variablen Sparmöglichkeiten können die Arbeitgeber einen deutlichen Mehrwert für die Arbeitnehmenden schaffen und dadurch die sich für das Unternehmen aus den finanziellen Sorgen der Mitarbeitenden ergebenden Nachteile minimieren.

Über die Global Benefits Attitudes Survey

In der 2019/2020 Global Benefits Attitudes Survey von Willis Towers Watson wurden die Einstellungen von mehr als 40.000 Mitarbeitenden in mittleren und grossen Unternehmen der Privatwirtschaft in 27 Ländern gemessen. Über 750 Schweizer Arbeitnehmenden nahmen an der Umfrage teil, die zwischen Juli und September 2019 durchgeführt wurde. Die Studienergebnisse sind in vier Kategorien aufgeteilt: Financial Wellbeing, Benefits Preferences, Dignity, Retirement Expectations und Health & Wellbeing.

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