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Pressemitteilung

Ungünstige Marktbedingungen für den Pensionsindex

Willis Towers Watson Swiss Pension Finance Watch – 2. Quartal 2019

Retirement|Investments
N/A

9. August 2019

Zürich, 11. Juli 2019 – Die Pensionsbilanzen von Schweizer Unternehmen hatten trotz der stark reduzierten Diskontierungssätze einen positiven Jahresauftakt und haben einen Teil der Ende 2018 erlittenen umfangreichen Verluste wieder ausgeglichen. Im 2. Quartal sank der Diskontierungssatz weiter auf Niveaus, die zuletzt im Jahr 2016 zu beobachten waren. Der Ausgleich durch die positiven Anlagerenditen reichte jedoch nicht, den Index ins Plus zu drehen. Insgesamt nahm der Deckungsgrad (d. h. das Verhältnis von Pensionsvermögen zu Pensionsverpflichtungen) um rund 0,6 Prozentpunkte ab, wie aus dem Willis Towers Watson Pension Index hervorgeht. Er sank von 104,1 Prozent per 31. März 2019 auf 103,5 Prozent per 30. Juni 2019.

Der Pensionskassenindex wird vierteljährlich von Willis Towers Watson in deren Swiss Pension Finance Watch veröffentlicht und basiert auf dem International Accounting Standard 19 (IAS 19). Der Index stellt die quartalsweise Entwicklung des Ausfinanzierungsgrads unter IAS 19 dar, statt den sonst typischen Deckungsgrad der schweizerischen Vorsorgepläne anzugeben.

«Pensionskassen können ihren langfristigen Anlagehorizont oft in einen Wettbewerbsvorteil verwandeln, indem sie beispielsweise die (wenn auch geringe) Illiquiditätsprämie ausnutzen»

Michael Valentine
Investment Consultant

Es ist eine Optimierung des Risikoengagements in Erwägung zu ziehen

Dank des ausgleichenden Effekts der positiven Anlagerenditen, insbesondere von Aktien, hat sich der Willis Towers Watson Pension Index trotz des weiteren Rückgangs des Diskontierungssatzes im Laufe des 2. Quartals 2019 nicht markant verändert. Adam Casey, Head of Corporate Retirement Consulting bei Willis Towers Watson in Zürich, bemerkte jedoch: «Dies zeigt, wie wichtig es ist, die laufenden Auswirkungen der Veränderungen des Diskontierungssatzes und der Vermögenswerte – die volatil sein können – auf die Finanzierung von Pensionsplänen und Unternehmensbilanzen im Auge zu behalten. Der anhaltende Rückgang der Diskontierungssätze ist negativ für den Buchhaltungsaufwand der Unternehmen. Doch die Entwicklung der Vermögenswerte, die zumindest teilweise im Einklang mit jener der Verpflichtungen verläuft, ist eine willkommene Entlastung für die Bilanz.» Die Arbeitgeber müssen wissen, welche Auswirkungen Marktrisiken für die Kosten ihrer Pensionspläne haben können – ganz zu schweigen von den unmittelbaren Folgen für die eigenen Bilanzen. Werden diese Faktoren regelmässig überwacht, kann dies dazu beitragen, unangenehme Überraschungen zu vermeiden. Im Übrigen können die Unternehmen auch anstreben, ihre Risiken durch die Überprüfung der Ausgestaltung ihrer Pensionspläne zu optimieren.

Die Bedeutung von «zukunftssicheren» Anlagen Obwohl der Gesamteffekt im letzten Quartal durch den Anstieg der Anlagemärkte geprägt war, war die Entwicklung uneinheitlich und im Mai besonders volatil. «Pensionskassen können ihren langfristigen Anlagehorizont oft in einen Wettbewerbsvorteil verwandeln, indem sie beispielsweise die (wenn auch geringe) Illiquiditätsprämie ausnutzen», so Michael Valentine, Investment Consultant bei Willis Towers Watson in Zürich. Auch andere Risikoprämien, welche die Betrachtung der Anlagen aus der traditionellen Sicht der Anlageklassen verändern könnten, können integriert werden, um robuste und diversifizierte Portfolios zu schaffen, die in der Lage sind, kurzfristigere Verwerfungen am Markt zu überstehen. Das ständig an Bedeutung gewinnende sozial verantwortliche Investieren fügt sich gut in diese Betrachtungsweise ein und sollte einen integralen Bestandteil des strategischen Entscheidungsfindungsprozesses bilden. «Weitere nachhaltige Anlageansätze (Umwelt-, Sozial- und Governance-Themen, ESG) sollten Unternehmen dabei helfen, sich in dieser rasch wandelnden Welt anzupassen», fügt Michael Valentine hinzu.

Der Anstieg der Pensionsverpflichtungen wurde durch die Anlagerenditen zum Teil ausgeglichen

Trotz des Rückgangs an den Anlagemärkten im Mai schlossen viele Indizes das 2. Quartal in der Nähe ihrer Allzeithochs ab. Nach dem belastenden Ergebnis Ende 2018 konnten sie ihre Gewinne vom 1. Quartal 2019 weiter erhöhen. Der solide, aber unscheinbare Ertrag von 2,4 Prozent des 2005 BVG-40 plus Index von Pictet wurde von Unternehmen mit bedeutenden Bilanzpositionen begrüsst, da sich die Renditen der Unternehmensanleihen weiter verringerten. Sie nahmen um weitere 16 Basispunkte ab und erreichten den tiefsten Stand seit 2016; die Pensionsverpflichtungen stiegen um 2,9 Prozent. Der kombinierte Effekt der gestiegenen Pensionsverpflichtungen und der zum Teil für Ausgleich sorgenden positiven Anlagerenditen im Berichtsquartal führte nach der starken Erholung im 1. Quartal zu einem leichten Rückgang des Index.

Die Grafik zeigt den Pension Index, welcher die Veränderungen des Verhältnisses zwischen den Vermögenswerten und der Leistungsprimatverpflichtung eines Pensionsplans  mit dem Index-Level von 100% per 31.12.2006 anzeigt. Aktuell liegt der Index per 30. Juni 2019 bei 105%.
L'indice « Willis Towers Watson Pension » pour la Suisse

Die Grafik zeigt den Pension Index, welcher die Veränderungen des Verhältnisses zwischen den Vermögenswerten und der Leistungsprimatverpflichtung eines Pensionsplans mit dem Index-Level von 100% per 31.12.2006 anzeigt.

Hintergrundinformationen zur Studie

Der Swiss Pension Finance Watch untersucht vierteljährlich die Auswirkungen von Kapitalmarktentwicklungen auf die Finanzierung von Vorsorgeplänen in der Schweiz. Die Studie ist Teil des Global Pension Finance Watch von Willis Towers Watson, dessen Ergebnisse für die wichtigsten Pensionsmärkte der Welt bis ins Jahr 2000 zurückgehen. Die Studienergebnisse werden vierteljährlich veröffentlicht. Der Schwerpunkt liegt auf dem Anlagevermögen und den Verpflichtungen. Der Bericht deckt Vorsorgepläne in Brasilien, Kanada, der Eurozone, Japan, der Schweiz, Grossbritannien und den USA ab.

Die Auswirkungen der Kapitalmärkte auf diese Vorsorgepläne betreffen zwei Bereiche:

  • Die Auswirkungen der Anlageperformance auf das Planvermögen
  • Die Auswirkungen von wirtschaftlichen Annahmen auf die Pensionsverpflichtungen (gemäss International Accounting Standards)

Dem Modell von Willis Towers Watson liegt ein Benchmark-Pensionsplan zugrunde, der die Pensionsverpflichtungen und das Planvermögen (inkl. Vermögensmix) darstellt, die typischerweise im jeweils betrachteten Pensionsmarkt vorkommen. Anhand der Auswirkungen von Kapitalmarktentwicklungen auf das Vermögen und die Verpflichtungen wird ein Pension Index erstellt. Dieser bildet die Veränderungen im Ausfinanzierungsgrad des Benchmark-Pensionsplans ab.

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