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360°Vorsorge Magazin «Governance»

360°Vorsorge

Investments|Retirement
Mergers and Acquisitions

Von Michael Valentine und Jérôme Franconville | 28. Februar 2020

Die Investment Governance – also die Planung, Umsetzung und Überwachung Ihrer Anlagen – ist eine enorme Herausforderung.

Investment-Governance


Ein zu guter Deal, um wahr zu sein?

Was würden Sie denken, wenn Ihnen jemand eine kostengünstige Investition anbieten würde, die die Performance Ihres Fonds mit wenig Risiko um bis zu 1 Prozent pro Jahr erhöhen könnte? Zu gut, um wahr zu sein? Was wäre, wenn man Ihnen sagen würde, dass die führenden Anleger der Welt alle die gleiche Investition getätigt haben und dass die Kapazität für weitere Anleger fast unbeschränkt ist? Haben wir Ihr Interesse geweckt? Dann lesen Sie weiter. Die besten institutionellen Anleger der Welt zeichnen sich alle durch ein Merkmal aus: Sie legen alle viel Wert auf ihre Governance.

Was ist Governance?

Für diese versierten Anleger umfasst Governance alle Personen und Prozesse, die eine Organisation für das Erreichen ihres Ziels einsetzt

Kaum zu glauben!

Die Anleger nehmen immer öfter eine Stellungnahme zur Governance in ihre Investment Beliefs auf, wie:

  • Für den Erfolg sind eine hochstehende Governance sowie Entscheidungsfindung massgebend.
  • Trotz Anerkennung des Stellenwerts von Governance erhält das Thema oft wenig weitere Aufmerksamkeit.

Wie wollen Sie zeigen, dass Ihnen Governance wichtig ist?

Einfluss der Qualität der Governance auf die Rendite Investieren ist eine hart umkämpfte Tätigkeit, und die cleversten Anleger profitieren von den Schwächen ihrer Konkurrenten. Ihr Verlust ist mein Gewinn. Aber wenn das so ist, wie gewinnen dann die Sieger?

  • Sie stellen Spitzenentscheidungsträger ein und geben ihnen die Möglichkeit, ihr volles Potenzial auszuschöpfen.
  • Bei ihrer Entscheidungsfindung sind sie sehr diszipliniert. Sie führen konsistente und kohärente Abläufe für die Entscheidungsfindung ein, die den menschlichen Schwächen entgegenwirken.
  • Sie lernen laufend dazu und streben nach Verbesserung in dem, was sie tun
  • Sie wissen genau, was sie gut können und – was ebenso wichtig ist – was sie weniger gut können.
  • Mit diesen Schritten können sie selbstbewusst Strategien beschliessen, die mehr Raffinesse und Geduld erfordern.

Umgekehrt neigen Anleger, die nicht in diese guten Governanceattribute investieren, zu Inkonsistenz. Ihre Ziele verändern sich laufend. Sie übersehen Warnsignale. Sie suchen häufig den Erfolg, indem sie vergangenen Renditen nachjagen. Wenn es hart auf hart kommt, verlieren sie oft die Nerven und verfallen in Schuldzuweisung.

Verfügen Sie über Mechanismen, die sicherstellen, dass Ihre Organisation Wert schafft statt vernichtet?


Wenn es so einfach ist, warum wenden es dann nicht alle an?

Es ist keine Kostenfrage: Die finanziellen Kosten für die Neuausrichtung der Governance sind relativ gering im Verhältnis zu anderen Entscheiden, die Pensionskassen routinemässig treffen. Es gibt vielfältige Gründe, die sich aber oft auf die Angst vor Veränderungen, kombiniert mit der Überschätzung der bestehenden Governance, reduzieren lassen.

Gut kann mehrere Formen annehmen

Ein nützlicher Ansatz ist die Auseinandersetzung mit dem Governancebudget Ihrer Organisation. Entweder lenkt Ihre Governancekapazität die Ausgestaltung Ihrer Anlagen – oder umgekehrt. Wenn Ihr Budget tief ist, müssen Sie entweder über eine einfache Strategie verfügen oder sie an jemanden auslagern, der ein höheres Governancebudget bieten kann.

Passt Ihr Governancebudget zu Ihrer Strategie?


Ein guter Governanceansatz mit 12 Faktoren

Die folgende Tabelle fasst die Merkmale zusammen, die Willis Towers Watson bei der Governancequalität einer Organisation berücksichtigt. 25 oder mehr uneingeschränkte «Jas» bedeuten, dass die Governance ziemlich fit ist. 15 oder weniger weisen darauf hin, dass Sie von ausführlichen Arbeiten an der Effizienz der Governance profitieren würden.

Die 12-Faktoren Checkliste

  1. Klarer Auftrag: Verfügen Sie über einen klaren organisatorischen Plan? Wird er von einem entsprechenden Businessplan unterstützt? Stehen die wichtigen Akteure dahinter?
  2. Effektive Zeitnutzung: Wird mit Klarheit delegiert? Konzentriert sich der Anlageausschuss auf strategische Entscheide und überlässt die operativen dem Management? Beherrschen strategische Fragen (wie die Governance) die Tagesordnung?
  3. Leadership: Können sich die Führungskräfte der Organisation effizient auf die verschiedenen Fertigkeiten und Stile in der Organisation konzentrieren? Haben sie guten Kontakt mit den Akteuren? Üben sie ihre Rolle mit Leidenschaft und Tatkraft aus?
  4. Beliefs: Verfügen Sie über ausgereifte Investment Beliefs? Sind der Anlageausschuss und das Management darauf ausgerichtet? Werden die Beliefs bei der Entscheidungsfindung mit einbezogen?
  5. Risikomanagement: Verfügen Sie über eine klare Stellungnahme zur Risikobereitschaft? Verfügen Sie über einen strukturierten Prozess für die Zuteilung auf verschiedene Risikofaktoren in Ihrem Portfolio?
  6. Managerselektion: Verfügen Sie über klare Richtlinien für die Einstellung und Entlassung von Vermögensverwaltern? Wird dabei der Fokus mehr vorausschauend auf organisatorische Elemente als auf vergangene Performance gelegt?
  7. Anlageteam: Sind Sie für ein hochqualifiziertes, ausreichend grosses Anlageteam attraktiv? Verfügt dieses über klar definierte Verantwortungen und ist es auf Ihre organisatorischen Ziele ausgerichtet?
  8. Kompetenzen Stiftungsrat: Verfügt Ihr Stiftungsrat über Mitglieder mit fundiertem Hintergrund im Finanzwesen oder in der Vermögensanlage, die das Managementdenken effizient hinterfragen und leiten können? Besteht eine vertrauensvolle Beziehung zwischen Stiftungsrat und Management?
  9. Vergütung: Können Sie ein Mitarbeiter-Wertversprechen bieten, das die höchstqualifizierten Personen anzieht? Verfügen Sie über eine erfolgsorientierte Leistungsvergütung? Wird sie aufgeschoben, um nachhaltige Performance zu belohnen?
  10. Wettbewerbspositionierung: Kennen Sie die Wettbewerbsstärken und -schwächen Ihrer Organisation? Ist Ihre Strategie darauf ausgerichtet? Können Sie über die Qualität Ihres Anlageteams und Anlagemodells Mehrwert schaffen?
  11. In Echtzeit ausführen: Können Sie, wenn erforderlich, Entscheide in Echtzeit treffen? Können Sie das Beste aus dem Zeithorizont machen, der Ihrer Organisation zur Verfügung steht?
  12. Lernfähigkeit: Verfügen Sie über eine Organisationskultur, die danach strebt, sich laufend zu verbessern? Verfügen Sie über Abläufe, um aus vergangenen Entscheiden zu lernen? Netzwerken Sie mit Fachkollegen, um zu erfahren, wie sie vorgehen?

Einige konkrete Beobachtungen zu Schweizer PK-Anlagepraktiken


Beispiel 1 – Ein effizientes Portfolio erfordert Monitoring

Die meisten Anlageausschüsse Schweizer Pensionskassen treffen sich vierteljährlich, was für ein einfaches, meist passives Portfolio ausreicht. Je komplexer dieses jedoch ist, bspw. mit aktivem Management in weniger liquiden Bereichen, umso mehr steigt der Kontrollbedarf, der rasch die verfügbaren Ressourcen übersteigen kann.

Hier besteht die Herausforderung klar darin, die Governancestruktur zu finden, die zum Hauptziel passt, das in der Lieferung der geforderten Rendite zum niedrigsten Risiko besteht. Behalten Sie unter Berücksichtigung der Kenntnisse und Fertigkeiten der für die Investition verantwortlichen Personen möglichst viel intern und suchen Sie zusätzliche Unterstützung für Aufgaben, die besondere Fertigkeiten von ausserhalb der Organisation erfordern.

Beispiel 2 – Gründe, einen Vermögensverwalter zu ersetzen

Pensionskassen reagieren oft zu heftig und entlassen Vermögensverwalter für schlechte kurzfristige Performance. Dies ist jedoch oft die falsche Entscheidung. Häufig wird ein Vermögensverwalter nur aufgrund von enttäuschender (und oft kurzfristiger) vergangener Performance ersetzt. Allerdings ist die vergangene Performance ein schlechter Gradmesser für zukünftige Renditen. Deshalb ist es wichtig, dass die Gründe für eine Underperformance analysiert werden, und zwar mit Blick auf die Abläufe und Personen, damit eine gut begründete Einschätzung des zukünftigen Renditepotenzials vorgenommen werden kann.

Beispiel 3 – Dinge richtig machen – oder die richtigen Dinge tun?

Gerne können wir Pensionskassen bei der Wahl der richtigen Themen und deren Planung für 2020 unterstützen, indem wir eine kostenlose Businessplanvorlage bereitstellen. Selbstverständlich ist ein effizienteres Sitzungsmanagement nicht die einzige Zutat für den Governance-Erfolg, aber es ist für die meisten Pensionskassen der beste und einfachste Startpunkt.

Weitere spannende Aspekte rund um das Thema Governance finden Sie in der neuen Ausgabe von 360°Vorsorge – hier für Sie zum Download!

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