Skip to main content
Artikel

Die neue Flexibilität

Compensation Strategy & Design|Executive Compensation|Talent|Total Rewards
N/A

24. September 2018

HR muss sich in einem neuen Umfeld bewähren. Über die zentralen Themen haben wir uns mit Frank Hoyck unterhalten, Leiter Talent and Rewards Deutschland und Österreich von Willis Towers Watson.

Q – Herr Hoyck, die Wirtschaftswelt ist geprägt durch Volatilität, Ungewissheit, Komplexität und Ambiguität. Muss HR in diesem Kontext eine neue Rolle für sich finden?

A – Frank Hoyck: HR sollte nach wie vor in der Rolle des Business Partners die Wettbewerbskraft eines Unternehmens stärken. Es kommt jetzt darauf an, diese Rolle neu zu gestalten. Das Ziel bleibt also, der Weg dahin sieht jedoch anders aus als noch vor ein paar Jahren. 

Q – Ein neuer Weg ist nicht einfach da, man muss ihn „machen“.

A – Hoyck: Und ein wesentlicher Wegbereiter ist die Digitalisierung. Während dabei früher viele HR-Verantwortliche nur an Dinge wie die elektronische Personalakte dachten, geht es heute um sehr viel mehr.  

Q – Worum genau?

A – Hoyck: Im Kern ist Digitalisierung eine disruptive Innovation, sie steht für das, was der Ökonom Joseph Schumpeter mit „schöpferischer Zerstörung“ meinte. Die Digitalisierung macht traditionelle Business- und Wertschöpfungsmodelle obsolet und bietet Unternehmen gleichzeitig die Chance, ihr Geschäft neu auszurichten. Diesen Umbruch muss der Personalbereich flankieren und sich dazu selbst neu ausrichten, wenn er ein leistungsstarker Partner des Business bleiben will. „Den digitalen Wandel proaktiv gestalten“ steht auch auf der HR-Agenda der Teilnehmer unserer HR-Executive Konferenz weit oben, wie eine Umfrage vor Ort gezeigt hat.  

Q – HR sollte selbst digital werden?

A – Hoyck: Ja, aber nicht nur. HR-Kernprozesse wie die Vergütung oder das Talent- und das Performance-Management können mit digitalen Lösungen durchaus effizienter und effektiver werden. In Zeiten der Digitalisierung müssen Unternehmen jedoch generell schneller, flexibler und innovativer werden. Und HR muss dafür sorgen, dass sie dies auch können. Es geht darum, ebenfalls mit Hilfe digitaler Lösungen, die Arbeitswelt neu zu gestalten. Auch dieser Punkt gehört zu den Prioritäten der Konferenzteilnehmer. 

Q – Wie sieht diese Arbeitswelt aus?

A – Hoyck: Prozessautomatisierung, Robotics und künstliche Intelligenz erlauben es zum Beispiel, immer mehr Aufgaben digital durchzuführen. Die Mitarbeiter können sich dann auf die Aufgaben konzentrieren, die besonders hochwertig sind oder eben nur von Menschen mit ihrer Kreativität, Intuition und ihrer sozialen Begabung geleistet werden können. An die Stelle klassischer organisatorischer Strukturen treten dabei das flexibel vernetzte Arbeiten und agile Formen der Projektarbeit.  

Q – Dafür brauchen Unternehmen aber auch die richtigen Leute.

A – Hoyck: Weil das Zeitalter der Digitalisierung durch schnell wechselnde Herausforderungen bestimmt ist, kommt es hier auf zwei Dinge an: Zum einen müssen Unternehmen ihren Mitarbeitern die Möglichkeiten bieten, immer wieder neue Kompetenzen zu erwerben. Zum anderen sollten Unternehmen zunehmend externe Talente in ihre Wertschöpfungsnetze und Projekte einbinden, um schnell auf veränderte Marktanforderungen reagieren zu können. Es kommt auf ein produktives Zusammenspiel interner und externer Talente an.  

Q – Die Talente müssen Unternehmen erst mal gewinnen und dann binden

A – Hoyck: Dazu braucht es eine markante Talent Experience, die einem Unternehmen als Arbeitgeber Profil und Identität gibt. Sie wird durch die Vergütungs- und Karriereperspektiven genauso geprägt wie durch die Art und Weise, wie man miteinander umgeht und zusammenarbeitet. Und diese Talent Experience sollte auch klar und attraktiv kommuniziert werden.  

Q – Wie gelingt dies alles bei einer zunehmenden heterogenen Mannschaft?

A – Hoyck: Der Schlüssel liegt darin, Vergütungs- und Talent- Management-Angebote für unterschiedliche Mitarbeitersegmente zu entwickeln. Dies ist das Top-Thema für die Teilnehmer unserer HR-Executive Konferenz. Entscheidend ist, auch externen Talenten entsprechende Angebote zu machen. Generell rückt der individuelle Mitarbeiter mit seinen spezifischen Anforderungen weiter in den Fokus, wie der Trend hin zu flexiblen Benefits zeigt. Dazu gehört auch, Mitarbeiter über geeignete Programme am Unternehmenserfolg zu beteiligen. Jeder leistet seinen Beitrag zum großen Ganzen und will dafür auch honoriert werden. 

Q – Wird das alles nicht etwas zu „diverse“?

A – Hoyck: Nicht, wenn man ein integriertes Total-Rewards-Angebot schafft, das in sich schlüssig auf ein physisches, emotionales und finanzielles Well-being abzielt. Die Talent Experience wird so ganzheitlich erfahrbar. Zudem kommt es auf eine Governance an, die es als Ordnungsrahmen erlaubt, alle Leistungen mit Blick auf wechselnde Business-Anforderungen konsistent zu steuern und anzupassen. Hier geht es um große Datenmengen, die Unternehmen jedoch gut mit entscheidungsorientierten „Big Data Insights“ in den Griff bekommen. HR und das Business können so insgesamt Hand in Hand flexibel zusammenarbeiten.

Contact Us